Suche

Vatican News
IWF-Direktorin Kristalina Georgieva IWF-Direktorin Kristalina Georgieva 

Afrika: Schuldenerlass für 19 Staaten

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte den Schuldenerlass im Rahmen der Corona-Krise angekündigt. Er betreffe die „ärmsten und schwächsten Staaten", erklärte IWF-Direktorin Kristalina Georgieva in der Nacht zum Dienstag in Washington.

Demnach soll der sofortige Schuldenerlass den Staaten in einer ersten Phase von sechs Monaten ermöglichen, Finanzmittel für den Kampf gegen Covid-19 bereitzustellen. Die Maßnahme soll etwa für die Sahelstaaten Mali, Burkina Faso und Niger, aber auch Malawi und Mosambik gelten. Für Somalia war bereits Ende März ein Schuldenerlass beschlossen worden.

Schuldenerlass auch für sechs weitere Länder

Viele der Länder verfügen über kein funktionierendes Gesundheitssystem. Vor allem in ländlichen Regionen sind Krankenstationen nur schwer erreichbar. Es mangelt an Ärzten. Auch gibt es kaum Intensivstationen oder sonstwie nötige Ausrüstung. Neben den afrikanischen Staaten werden laut dem IWF sechs weiteren Ländern die Schulden erlassen, darunter Afghanistan, Nepal und Haiti. 

Miserereor fordert weitere Erlasse

 

Das katholische Hilfswerk Miseror lobte in einer Presssemitteilung (Dienstagnachmittag) den im Rahmen des „Catastrophe Containment and Relief Trust“ beschlossenen Schuldenerlass für 25 der ärmsten Länder weltweit.  Dies reiche jedoch nocht nicht aus.  Angesichts der zu erwartenden dramatischen Folgen der COVID-19-Krise brauche es ein Erlassjahr 2020 mit weitreichenden Schuldenerlassen für hochverschuldete arme Länder: Um die gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Krise zu begrenzen, sei eine weitergehende Streichung aller in 2020 fälligen Schuldendienstzahlungen für die besonders von der Krise betroffenen Länder durch bilaterale und private Gläubiger notwendig.

Angesichts der Corona-Krise hatte jüngst auch Kardinal Antonio Luis Tagle, Präfekt der vatikanischen Missionskongregation, einen Zinserlass für arme Länder angeregt.

(kna/pm – sst) 

14 April 2020, 14:48