Suche

Vatican News
Im Libanon droht ein Staatsbankrott. Maronitenpatriarch Raï lmahnt, in der Schuldenkrise die soziale Dimension nicht zu vergessen Im Libanon droht ein Staatsbankrott. Maronitenpatriarch Raï l mahnt, in der Schuldenkrise die soziale Dimension nicht zu vergessen  (AFP or licensors)

Libanon: Trotz Finanzkrise Menschenwürde nicht vergessen

Der Maronitenpatriarch Béchara Boutros Raï hat angesichts der Schuldenkrise im Land dazu aufgerufen, bei allen Maßnahmen nicht die Menschenwürde zu vergessen. Dem Land droht ein Staatsbankrott. Ministerpräsident Hassan Diab hatte jüngst angekündigt, der Staat könne seine Schulden nicht begleichen.

Wirtschaftlicher Liberalismus stehe zwar im Zentrum der Verfassung, aber das System könne nur Früchte tragen, wenn seine „soziale Dimension, deren Ziel es ist, Gerechtigkeit und Menschenwürde zu schützen“, nicht vergessen werde, sagte Maronitenpatriarch Béchara Boutros Raï laut dem vatikanischen Pressedienst fides (Dienstag).  Raï äußerte sich demnach am Montag in einer Predigt an seinem Amtssitz Bkerke zum ersten Zahlungsausfall in der Geschichte des Landes. In seiner Predigt rief Patriarch Rai laut fides die nationalen politischen Führer dazu auf, die Gründe der Krise „unverzüglich anzugehen“ und diejenigen in die Pflicht zu nehmen, „die den Währungsverlust im Land provoziert haben“.

Der Libanon hätte diesen Montag Euro-Anleihen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro zurückzahlen müssen. Das Land steckt in der schwersten Wirtschaftskrise seit dem Ende des Bürgerkriegs vor 30 Jahren. Auch politisch ist das Land instabil; nach Massenprotesten war im Herbst Ministerpräsident Saad Hariri zurückgetreten. Seit Mitte Januar hat das Land eine neue Regierung unter Führung des früheren Bildungsministers Diab.  

(fides/diverse –sst)

10 März 2020, 12:42