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Ordensfrauen forderten bereits vor Prozessbeginn Gerechtigkeit für das mutmaßliche Opfer. Sie warfen dem Bischof auch vor, er habe Zeugen eingeschüchtert. Ordensfrauen forderten bereits vor Prozessbeginn Gerechtigkeit für das mutmaßliche Opfer. Sie warfen dem Bischof auch vor, er habe Zeugen eingeschüchtert.  (AFP or licensors)

Indien: Missbrauchsprozess gegen Bischof zieht sich

Ein Gericht hat den Berufungsantrag des indischen Bischofs Franco Mulakkal abgewiesen. Dies könnte den Prozess in die Länge ziehen, der Vergewaltigungsvorwürfe gegen Mulakkal zum Inhalt hat.

Berufung abgewiesen

Das Bezirksgericht von Kottayam habe den Berufungsantrag von Bischof Mulakkal abgewiesen, informierte der Anwalt des Beschuldigten am Montag den Nachrichtendienst ucanews auf Anfrage. Weitere Angaben zu dem Fall machte er nicht.

Bischof Franco Mulakkal hatte bei dem Gericht im Bundesstaat Kerala Berufung eingelegt; sein Antrag war am Montag angehört worden. Hintergrund des Prozesses sind Anschuldigungen einer Ordensfrau, Mulakkal habe sie zwischen 2014 und 2016 bei Besuchen in Kerala mehrfach vergewaltigt. Der Bischof selbst streitet alle Vorwürfe ab.

Verzögerung im Prozess

Dass das Bezirksgericht von Kottayam Mulakkals Berufungsantrag jetzt abwies, bringt eine Verzögerung des Prozesses mit sich. „Strategisch gesehen ist das ein Sieg für den Bischof, weil seine Anwälte nun vor höhere Gerichte ziehen können“, kommentierte Rechtsanwalt Anurag Singh vom Hohen Gericht in Madhya Pradesh die Entscheidung der Richter von Kottayam.

 

Erster kirchlicher Missbrauchsskandal

Mulakkal war im Herbst vergangenen Jahres wegen des Verdachtes auf Vergewaltigung festgenommen worden. Nach drei Wochen war er gegen Kaution und Reiseauflagen aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Der Gerichtsprozess gegen den Bischof startete im November 2019. Der Fall gilt als erster Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche des Landes und erhielt medial große Aufmerksamkeit.

(ucanews/vatican news – pr)

17 März 2020, 13:16