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Der Ordensmann und Bischof Rubén Tierrablanca Gonzalez hat selbst mexikanische Wurzeln und wirkt im türkischen Istanbul Der Ordensmann und Bischof Rubén Tierrablanca Gonzalez hat selbst mexikanische Wurzeln und wirkt im türkischen Istanbul 

Papstreise nach Bari: Chancen einer multikulturellen Kirche

Die Kirchen des Mittelmeerraumes vereinen die Kräfte: Dies ist das Anliegen des Treffens von Bischöfen und Patriarchen aus 20 europäischen, afrikanischen und nahöstlichen Mittelmeer-Anrainerstaaten in dieser Woche im süditalienischen Bari. Wir sprachen mit dem apostolischen Vikar von Istanbul über Aufgaben der Kirche in der Türkei.

Anne Preckel und Federico Piana - Vatikanstadt / Bari

Die Konferenz, zu der der Papst am Sonntag stößt, soll „ein Bewusstsein für die Krise“ im Mittelmeerraum schaffen und eine angemessene Antwort der Ortskirchen ermöglichen, erklärte der Präfekt der vatikanischen Ostkirchenkongregation Leonardo Sandri. Das Meer sei „keine Mauer, sondern eine Brücke für alle Christen und Nichtchristen“, so der Kardinal, der damit den Titel der Konferenz „Mittelmeer, Grenze des Friedens“ aufgriff.

Zum Nachhören

Radio Vatikan überträgt die Papstreise

Papst Franziskus besucht Bari am Sonntag für einen halben Tag. Auf dem Programm stehen unter anderem eine Ansprache des Papstes in der Nikolaus-Basilika des süditalienischen Städtchens und eine Messe – Radio Vatikan überträgt alle Programmpunkte live und mit deutschem Kommentar. Die Visite bildet zugleich den Abschluss der fünftägigen Mittelmeer-Konferenz.

Beispiel Türkei: Einsatz für Flüchtlinge

Der apostolische Vikar von Istanbul, Rubén Tierrablanca Gonzalez, bezeichnete die Zusammenkunft als „einmalige Gelegenheit für uns Kirchenvertreter, uns über die Probleme der gesamten Mittelmeerregion auszutauschen“. Radio Vatikan sprach mit ihm vor Ort in Bari.

Mit Blick auf die Kirche in der Türkei hob der Ordensgeistliche, der selbst mexikanische Wurzeln hat, das multikulturelle Gesicht der Ortskirche hervor. Sie versammelt aktuell viele Christen, die aus Syrien und dem Irak in die Türkei geflohen sind. Tierrablanca Gonzalez sieht diese Vielfalt als Chance. Vom politischen Druck, der in den letzten Monaten in der Türkei auch an Christen nicht spurlos vorüber geht, scheint er sich nicht entmutigen zu lassen.

„Unsere Kirche ist eine Schule der Hoffnung.“

„Die Tatsache, eine multikulturelle, vielsprachige Kirche schaffen zu können, ist Zeichen der Einheit der Kirche selbst. Auf der anderen Seite ist die Türkei in sozialer und politischer Hinsicht ständig in Bewegung, sie verändert sich sehr stark. Dies gibt uns Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Die Kirche der Türkei kultiviert die Hoffnung, ja sie ist Schule der Hoffnung!“

Der fehlende rechtliche Status der katholischen Kirche  in der Türkei bringe manche „Schwierigkeiten und Begrenzungen“ des kirchlichen Lebens mit sich, räumt der apostolische Vikar von Istanbul ein. Dies halte Kirche und Caritas aber keinesfalls davon ab, ihrem Einsatz gerade für die Ärmsten nachzugehen. Als wesentliche Aufgabe der Kirche der Türkei sehe man den Einsatz für die Flüchtlinge im Land, bekräftigt Tierrablanca Gonzalez. Dass das Land viele von ihnen aufnahm, lobt der Kirchenmann.

„Die Türkei befindet sich vor den Türen Europas und ist offen für die Aufnahme von Flüchtlingen und für Zusammenarbeit. Und auch die Kirche zieht sich hier nicht zurück. Die Caritas und andere Organisationen arbeiten gemeinsam mit der Kirche in diesen Bereich und setzen sich auch finanziell hier ein. Unsere Aufgabe ist es, diese Menschen zu begleiten, und dies tun wir, solange wir das können.“

Bari prädestiniert für Friedenstreffen

Der apostolische Vikar von Istanbul, Rubén Tierrablanca Gonzalez, ist einer von mehr als 50 Bischöfen und Patriarchen aus verschiedenen Mittelmeerländern, die zum katholischen Friedenstreffen für den Mittelmeerraum nach Bari reisten. Die Adria-Küstenstadt war übrigens schon einmal Schauplatz eines Friedenstreffens: Im Juli 2018 war in Bari das ökumenische Treffen für Frieden im Nahen Osten. Auch damals reiste Papst Franziskus an. 

(vatican news - pr/sst)

22 Februar 2020, 11:13