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Irak: Emirate unterstützen Wiederaufbau einer katholischen Kirche

Im April sollen die Wiederaufbau- und Restaurierungsarbeiten an der St. Thomas-Kirche in Mossul beginnen, die während der Herrschaft der IS-Terroristen verwüstet worden ist.

Der Wiederaufbau des syrisch-katholischen Gotteshauses wird als Zeichen der Wiedergeburt Mossuls betrachtet: Die UNESCO wird die Restaurierungsarbeiten vor allem dank einer erheblichen Zuwendung der Vereinigten Arabischen Emirate in Höhe von 50 Millionen US-Dollar unterstützen.

Das Projekt ist Teil der Initiative „Revive the spirit of Mosul“, die 2018 ins Leben gerufen wurde und darauf abzielt, Spenden für den Wiederaufbau von Denkmälern und Gotteshäusern zu sammeln, die die pluralistische, multiethnische und multireligiöse Identität der Tigris-Metropole symbolisieren und während des dschihadistischen Terrors schwer beschädigt worden sind.

Ein Symbol der Stadtgeschichte

Während des Terrors, der im Dezember 2017 mit der Rückeroberung von Mossul durch die irakischen Streitkräfte endete, hat die Thomaskirche schwere Schäden an den Außenmauern und im Inneren erlitten. Der symbolische Charakter der Restaurierung der Kirche wurde in einer UNESCO-Erklärung hervorgehoben. Sie beschreibt das christliche Gotteshaus als Symbol der Geschichte Mossuls, das vom friedlichen Zusammenleben verschiedener Religionsgemeinschaften geprägt war. Die Kirche befindet sich im historischen Teil der Stadt am Ostufer des Tigris, ihre heutige Gestalt geht auf einen Umbau im Jahr 1859 zurück.

Nach der Befreiung fand in der noch immer von Trümmern übersäten St. Thomas-Kirche am 28. Februar des Vorjahrs eine „Messe für den Frieden“ statt. Anwesend waren auch Vertreter der islamischen Glaubensgemeinschaft und verschiedener nichtmuslimischer Kommunitäten im Zeichen der Versöhnung zwischen den verschiedenen Komponenten der lokalen Bevölkerung. Den Gottesdienst leitete der syrisch-katholische Erzbischof Youhanna Boutros Mouche.

Historische Messe für den Frieden

Bei der Liturgie waren nicht nur die Repräsentanten der anderen christlichen Kirchen – an der Spitze der chaldäisch-katholische Erzbischof von Mossul, Michael Najeeb Moussa – anwesend, sondern auch Vertreter der muslimischen, jesidischen und Shabaki-Gemeinschaften sowie der Zivilgesellschaft. Im Rahmen der Wiederaufbau-Initiative haben auch die Restaurierungsarbeiten an anderen wichtigen Gotteshäusern in Mossul begonnen, die den Untaten der IS-Terroristen zum Opfer gefallen waren. Dabei handelte es sich auch um einige Moscheen, die ursprünglich Kirchen waren.

Najm al-Jubouri, der Gouverneur der irakischen Provinz Ninive, hat vor wenigen Tagen beteuert, dass die Rückkehr von Binnenvertriebenen (hauptsächlich Christen) in ihre traditionellen Siedlungsgebiete in Mossul und der Ninive-Ebene für die irakischen Kommunalbehörden Priorität habe.

(pro oriente – sk)
 

21 Februar 2020, 11:26