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Asia Bibi Asia Bibi  (AFP or licensors)

Kanada: Asia Bibi will nach Frankreich

Die pakistanische Katholikin Asia Bibi, die in ihrem Land wegen Blasphemie zum Tod verurteilt und dann im Oktober 2018 nach jahrelanger Gefangenschaft freigesprochen wurde, appelliert an den französischen Präsidenten Emanuel Macron, ihr politisches Asyl in Frankreich zu gewähren. Marta Petrosillo, eine Sprecherin von „Kirche in Not“, hat Asia Bibis Geschichte verfolgt.

Mario Galgano und Cecilia Seppia - Vatikanstadt

Asia Bibis Visum läuft in Kanada ab, wo sie derzeit mit ihrer Familie lebt. Die Pakistanerin hat in den vergangenen Tagen auf den Seiten der Tageszeitung „La Croix“ bekannt gegeben, dass sie bei der Zeremonie zur Verleihung der Ehrenbürgerschaft in Paris bei Präsident Macron einen Asyl-Antrag stellen will. Aber kann Frankreich als geeignetes Land für ihre Aufnahme angesehen werden? Marta Petrosillo, eine Sprecherin des katholischen Hilfswerkes „Kirche in Not“, meint, dies wäre nur „im extremsten Fall“ richtig.

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„Es ist klar, dass wir uns in diesem Moment zunächst einmal mit der Sicherheit Asia Bibis befassen müssen. Wie sie in dem Interview ,La Croix´ sagte, riskiere sie jeden Tag ihr Leben, weil wir wissen, dass ein Gotteslästerer, egal ob freigesprochen oder nicht, für einen islamistischen Fundamentalisten ein Gotteslästerer bleibt. Es gibt also Fundamentalisten auf der ganzen Welt, nicht nur in Pakistan, die zum Mord an ihr aufrufen. Wenn die einzige Option Frankreich wäre, würde ich natürlich ja sagen, denn wenn ihre Aufenthaltsgenehmigung in Kanada ausläuft, ist es wichtig, dass sie sich an einen sicheren Ort begeben kann.“

Es gab schon Anschläge in Frankreich

Was gegen die Option Frankreich spreche, sei die Tatsache, dass es in dem europäischen Land „bereits dschihadistische Netzwerke“ gibt, so die Sprecherin von „Kirche in Not“. Diese Gruppen hätten auch schon zugeschlagen und es habe auch schon Terroranschläge islamischen Ursprungs in Frankreich geben. Deshalb glaubt Marta Petrosillo, „dass es im Moment nicht wirklich das sicherste Land für sie ist“.

Asia Bibi sei eine Frau, die im Laufe der Jahre große Stärke gezeigt habe, so Petrosillo.

„Vergessen wir nicht, dass sie fast zehn Jahre in einer Zelle von nur acht Quadratmetern lebte, so dass sie sich auch an die Freiheit in einem Land gewöhnen muss, einer völlig anderen Umgebung als der ihren. Das ist gar nicht so einfach. Stellen wir uns vor, sie war bis 2009 eine einfache Landarbeiterin, Analphabetin, und jetzt findet sie sich in Kanada mit einem völlig anderen Leben und Alltag wieder, auch in Anbetracht der ständigen Einschränkungen, in denen sie gezwungen war zu leben, und all dem, was sie in der Vergangenheit erlitten hat. Aber sie ist eine Frau, die sich in diesen Jahren eine unglaubliche Kraft und Klarheit bewahrt hat.“

Ihr eigener Anwalt, Saif ul-Malook, habe dem Hilfswerk gesagt, dass es Asia Bibi war, die den Menschen, die sie besuchten, ihrer Familie und dem Anwalt selbst Kraft gegeben habe. Und diese Kraft habe die pakistanische Christin immer aus dem Glauben geschöpft, erläutert Petrosillo.

„Asia Bibi hat nie aufgehört zu beten, auch dank des Rosenkranzes, den Papst Franziskus ihr geschenkt hat. Das ist es, was ihr trotz der vielen Einschränkungen, die ihr noch immer für ihre Sicherheit auferlegt werden, die sie aber daran hindern, sich frei zu bewegen, immer noch die Gelassenheit und geistige Klarheit bewahrt.“

(vatican news)

26 Februar 2020, 12:32