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Vor 5 Jahren: IS richtet koptische Ägypter in Libyen hin

Fünf Jahre sind seit der barbarischen Enthauptung von 21 jungen Ägyptern christlicher Religion am Strand von Sirte in Libyen durch den selbsternannten „Islamischen Staat“ vergangen.

Hätten sie ihren Glauben verleugnet, wären sie mit dem Leben davongekommen, wurde ihnen gesagt. Sie taten es nicht, und einige der jungen Kopten – sie waren Gastarbeiter in Libyen – starben mit der Anrufung „Herr Jesus Christus“ auf den Lippen.

Heute, fünf Jahre danach, gelten die 21 jungen Ägypter in ihrer koptisch-orthodoxen Kirche als Märtyrer um des Glaubens willen. Schon 2015 hat Patriarch Tawadros ihre Namen im „Sinassarius“, dem östlichen Äquivalent des römischen Martyrologiums, aufgenommen; damit können sie als Heilige verehrt werden.

„Wir haben vor fünf Jahren wirklich die Macht des Bösen gesehen“

Dreizehn der 21 Märtyrer kamen aus der Stadt Al-Aour, heute ein Pilgerziel für Kopten. Hier fanden die Beerdigungen der Opfer statt, nachdem die in einem Massengrab begrabenen Leichen gefunden worden waren. Ihnen zu Ehren wurde in Al-Aour eine Kirche gebaut, in der sich an manchen Tagen Gläubige aus dem ganzen Land drängen.

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Bischof Hani Bakhoum ist Sprecher der katholischen Kirche in Ägypten. Er sagt im Interview mit Radio Vatikan: „Wir haben vor fünf Jahren wirklich die Macht des Bösen gesehen, und wie weit sie gehen kann. Das war nicht nur Mord, nicht nur Terrorismus, das war das Offenbarwerden eines völligen Mangels an Menschlichkeit. Diese Mörder handelten nicht nur im Namen einer Ideologie, sondern sie prahlten auch noch mit ihrer Tat… Mir war, als würde man in diesem Moment in einen Abgrund der Menschlichkeit blicken.“

„Sie sind auch ein Grund für die Einheit aller Kirchen Ägyptens geworden“

Doch der Glaube zeige, dass Gott auch in dunklen Momenten „etwas Gutes hervorbringen“ könne, so der Bischof. „Wir haben gesehen, dass diese Märtyrer, die ihr Leben für ihren Glauben gegeben haben, nun für andere Menschen zu Vorbildern, zu Modellen geworden sind. Sie sind auch ein Grund für die Einheit aller Kirchen Ägyptens geworden – und nicht nur Ägyptens. Die Nachricht von ihrem Martyrium hat wirklich eine Evangelisierung bewirkt und ist in der ganzen Welt angekommen: Jeder spricht über diese 21 jungen Leute, die ihr Leben gegeben haben. Das stärkt unser Vertrauen auf das ewige Leben, das jetzt schon für uns angefangen hat. Diese Männer haben ihr Blut vergossen, aber dieses Blut hat den Boden fruchtbar gemacht.“

Die staatlichen Medien sprechen in Ägypten nicht viel vom fünften Jahrestag des Massakers. Bei den Kopten hingegen ist viel davon die Rede, einige sprechen auch von Wundern. Bischof Bakhoum will in dieser Hinsicht vor allem ein „moralisches Wunder“ erkennen: Das sei „die Tatsache, dass ein Mensch durch den Tod in der Lage ist, den Glauben zu verkünden“.

Das ist das Wunder: Auch die Toten sprechen

„Das heißt, selbst nach dem Tod verkündet ihr Gedächtnis den Glauben, und das ist schon ein Wunder. Normalerweise hat man Einfluss auf andere, wenn man lebt, wenn man eine gewisse Macht hat, aber wenn es einem Toten gelingt, seine Botschaft zu vermitteln, dann ist das das Wunder: dass auch die Toten sprechen.“

Die 21 Ägypter von Sirte sind nicht die einzigen Kopten, die in den letzten Jahren durch die Gewalt von Islamisten ums Leben gekommen sind. Immer wieder kommt es in Ägypten zu Anschlägen auf Kirchen. Doch die Kopten halten sich eng an das Regime von Präsident al-Sisi, und dieser lohnt es ihnen mit einer Reihe gesetzlicher Erleichterungen, etwa für den Bau neuer Kirchen.

„Sicherlich gab es in den letzten Jahren einige Angriffe“, sagt Bischof Bakhoum dazu, „aber wir danken dem Herrn, dass wir jetzt mehr Sicherheit sehen.“
(vatican news – sk)
 

16 Februar 2020, 13:23