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Vatican News
Prüfung einer ausgehängten Wahlliste in der Hauptstadt Lomé - Aufnahme vom Dezember 2018 Prüfung einer ausgehängten Wahlliste in der Hauptstadt Lomé - Aufnahme vom Dezember 2018  (AFP or licensors)

Togo: Bischof für Aussetzung der Präsidentschaftswahlen

Der emeritierte Erzbischof Philippe Fanoko Kossi Kpodzro von Lomé hat sich den Forderungen von Oppositionsführern und zivilgesellschaftlichen Gruppen nach einer Aussetzung der Präsidentschaftswahlen vom 22. Februar angeschlossen. Damit solle der Weg für Wahlreformen freiwerden.

Zu den vorgeschlagenen Reformen gehören die Neuorganisation des Verfassungsgerichts, die Einrichtung eines zuverlässigen Wahlregisters und die Neuorganisation der Unabhängigen Nationalen Wahlkommission.

„Die Gremien zur Verkündung der Ergebnisse sind alle gekauft und korrumpiert, und in Wirklichkeit erleben wir eine systematisch organisierte Ungerechtigkeit. Deshalb muss sich diesmal alles ändern", sagte Erzbischof Kpodzro.

Bischof will unabhängige Wahlbeobachter finanzieren

Kpodzro erklärte, er werde ein Konto eröffnen, „auf das die Zivilgesellschaft, die Oppositionellen, die Togoer von außen und von innen, die leiden und die Wahrheit wissen wollen, einzahlen können. Damit wir eine Beobachtergruppe finanzieren können, die mit eigenen Mitteln ihre Aufgaben erfüllt". Diese Beobachter sollten im ganzen Land eingesetzt werden, um die Wahlen auf allen Ebenen zu überwachen und „um sicherzustellen, dass die Wahlergebnisse nicht durch Betrug verfälscht werden".

Ähnliche Konten sollten in Ghana, Europa und Amerika eröffnet werden, damit alle Togoer und Freunde des togoischen Volkes einen Beitrag leisten können.

Schwierige Umstände

Die Gültigkeit der Wahlen in Togo war häufig umstritten, was immer wieder zu Demonstrationen und Gewalt geführt hat.

Präsident Faure Gnassingbé ist seit 2005 im Amt. Er folgt als Präsident seinem Vater Eyadema Gnassingbé nach. Dieser hatte Togo 38 Jahre lang regiert, nachdem er 1967 durch einen Putsch an die Macht gekommen war. Die dritte Amtszeit des jetzigen Präsidenten läuft im Februar aus.

(cisa – mt)

10 Januar 2020, 16:11