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Trump Trump  (ANSA)

USA: „Evangelikale und Katholiken wollen Trumps Wiederwahl“

Mit einer streitbaren Aussage über christliche Unterstützer von Donald Trump macht der katholische Sozialethiker und USA-Fachmann Kurt Remele von sich reden. „Auch das ist Ökumene: Fundamentalistische christliche Prediger und rechtskonservative katholische Bischöfe engagieren sich gemeinsam für die Wiederwahl von Donald Trump.“

Remele äußerte sich am Donnerstag in Graz. Trotz seiner ungeschliffenen Art erscheine der US-Präsident den in den Staaten einflussreichen evangelikalen und fundamentalistischen Christen als Verteidiger ihres Glaubens und damit einhergehenden gesellschaftspolitischen Überzeugungen.

Auch die Mehrheit der katholischen Bischofskonferenz sehe den Kampf gegen Abtreibung als vordringlich und fungiere als Bündnispartner des republikanischen Präsidenten, urteilte Remele. Trump habe somit gute Chancen auf eine zweite Amtsperiode im Weißen Haus.

Auf die religiösen Wähler kommt's an

Remele hat in den USA studiert und mehrfach Lehraufträge im angloamerikanischen Raum wahrgenommen. „Sollte Donald Trump wiedergewählt werden, so würde ihm dies vor allem durch jene US-Amerikanerinnen und Amerikaner ermöglicht, die sich für religiös halten", unterstrich der Theologe. Bereits 2016 hätten 81 Prozent der US-amerikanischen Evangelikalen weißer Hautfarbe Trump gewählt.

Dabei sei die religiöse Landschaft der Vereinigten Staaten in den vergangenen fünf Jahrzehnten deutlich pluralistischer geworden: Es gebe eine fast unüberschaubare Fülle christlicher Denominationen, es seien fast alle großen und kleinen nichtchristlichen Religionen dieser Welt vertreten, und gerade unter der jüngeren Bevölkerung steige der Anteil jener Menschen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, wie Remele darlegte. Es wäre somit „grob vereinfachend und falsch, Religion in den Vereinigten Staaten vorrangig oder gar ausschließlich in ihrer rechtskonservativen oder gar fundamentalistischen Variante wahrzunehmen“.

„Trump inszeniert sich als Retter“

Viele derart Gläubige fühlten sich durch die Pluralisierung kulturell und religiös an den Rand gedrängt. Die damit einhergehende Selbstbemitleidung bilde den Hintergrund, „auf dem sich Trump als hehrer Retter des traditionellen Christentums inszenieren konnte“, so Remele: „Trump stellt die Evangelikalen beharrlich so dar, wie sie sich selbst sehen: als schlecht behandelte Minorität, die einen Verteidiger braucht, der nach den Spielregeln dieser Welt agiert.“

(kap – sk)

 

17 Januar 2020, 13:56