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Demonstrant in Bogotà im vergangenen Dezember Demonstrant in Bogotà im vergangenen Dezember  (ANSA)

Kolumbien: Kirche beklagt Mordserie an Menschenrechtlern

Angesichts einer Mordserie an Menschenrechtlern schlägt die katholische Kirche in Kolumbien Alarm.

Nachdem die Bischofskonferenz zuletzt die Ermordung von 17 Bürgerrechtlern während der ersten 17 Tage des Jahres 2020 beklagt hatte, richtete der Erzbischof von Cali, Dario de Jesus Monsalve, einen Appell an Diplomaten und Vertreter internationaler Organisationen wie die UNO. Sie sollten sich öffentlich gegen die Angriffe aussprechen und „ihre Einrichtungen als Schutz und Zuflucht anbieten“, so die Hoffnung des Erzbischofs laut einem Bericht des römischen Nachrichtendienstes Fides von diesem Montag.

Derzeit gebe es in Kolumbien „keinerlei Garantien“ für „diejenigen, die die Wahrheit sagen“, erklärte Erzbischof Monsalve. Er riet allen Menschenrechtlern, sich statt an die Behörden lieber an diplomatische Einrichtungen zu wenden. Die Situation Kolumbiens sei kein Ausnahmezustand mehr, sondern längst ein „Kampf um das soziale Überleben“.

„Die Morde gefährden die Demokratie“

Monsalve äußerte sich bei einer Gedenkveranstaltung für den Ende Dezember ermordeten Richter Alcibiades Libreros, der umfangreiche Ermittlungen gegen das organisierte Verbrechen geleitet hatte.

Erst vergangenen Freitag hatte die kolumbianische Bischofskonferenz „immensen Schmerz und Sorge“ über die Häufung von Morden an Bürgerrechtlern geklagt und deren Familien und Freunden ihre Solidarität bekundet. Von den im November neugewählten Regionalpolitikern forderten die Kirchenvertreter Schutzmaßnahmen, mehr staatliche Präsenz sowie eine „Politik zur Bekämpfung dieser Bedrohung“, insbesondere in den am meisten betroffenen Departments Choco, Cauca, Valle del Cauca, Norte de Santander, Nariño und Arauca. Die Morde und Drohungen stellten eine Gefahr für die Demokratie und die Institutionen des Landes dar, so die Bischöfe.

(kap – sk)
 

20 Januar 2020, 14:00