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Es findet zum 50. Mal statt: das World Economic Forum in Davos Es findet zum 50. Mal statt: das World Economic Forum in Davos   (ANSA)

Kardinal in Davos: „Globales Bewusstsein für den Wandel schaffen"

Vatikan-Kardinal Peter A. Turkson hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos die Regierungen der Welt dazu aufgerufen, neue Technologien für das Gemeinwohl zu nutzen, „weil es keinen zweiten Planeten“ gebe.

„Wir sind hier als Gäste des Weltwirtschaftsforums, weil wir ein globales Bewusstsein für den Wandel schaffen wollen“, sagte der Kardinal bei einer Medienkonferenz in Davos zusammen mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. und dem Moskauer Rabbiner Pinchas Goldschmidt.

„Die Erde weint, und die Armen weinen auch", sagte Turkson. Dieser Sachverhalt führe Religionsführer nach Davos, um beim Weltwirtschaftsforum vor Vertretern der Weltfinanz und Weltwirtschaft zu sprechen. Er forderte die politische Welt und die Regierungen auch dazu auf, „die zentrale Rolle der Religionen und Glaubensrichtungen" in den Gesellschaften anzuerkennen und wandte sich gegen die in säkularisierten Ländern weit verbreitete Praxis, „die Religionen in die Privatsphäre zu verbannen und ihren Einfluss auf das Leben der Menschen zu verleugnen".

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„Es gibt eine enorme Kluft und einen immensen Abstand zwischen Kopf, Herz und Händen“

Patriarch Bartholomaios rief indessen beim Weltwirtschaftsforum dazu auf, in der ökologischen Frage endlich entschlossen zu handeln. „Wir haben die Fakten gehört; wir sind von der Wissenschaft informiert worden; wir haben Vorhersagen über die Zukunft. Im Gegensatz zu früheren Generationen haben wir keine Entschuldigung; wir können nicht sagen, wir hätten es nicht gewusst", sagte der bald 80 Jahre alte Patriarch. Trotz aller bekannter Information werde zu wenig getan. „Es gibt eine enorme Kluft und einen immensen Abstand zwischen Kopf, Herz und Händen".

Mit Blick auf die drängende Zeit und die Jugendbewegungen für eine nachhaltige Ökologie forderte der Patriarch die führenden Politiker der Welt dazu auf, „der Dynamik und den Protesten auf der ganzen Welt Aufmerksamkeit zu schenken, nicht nur für diejenigen, die unter den Auswirkungen des Klimawandels leiden, sondern auch für junge Menschen, die um ihre Zukunft betteln und zur Solidarität zwischen den Generationen aufrufen. Ihre Welt - unsere Welt - ist nicht verhandelbar“, sagte Bartholomaios. Der orthodoxe Würdenträger ist wegen seines Einsatzes für die Schöpfung seit langen Jahrzehnten als „grüner Patriarch“ bekannt.

Papst Franziskus hatte seinerseits eine Grußbotschaft an das Weltwirtschaftsforum nach Davos geschickt „Es ist wichtig, kurzfristige technologische oder wirtschaftliche Ansätze hinter sich zu lassen und stattdessen auf die ethische Dimension besser zu achten“, mahnte das Kirchenoberhaupt darin. Wirkliche Entwicklung sei nur möglich, wenn sie alle Mitglieder der Menschheitsfamilie einbeziehe, sodass alle sich an der Suche nach dem Gemeinwohl beteiligen können.

(vatican news – gs)

23 Januar 2020, 11:59