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Vatican News
Migranten, die aus dem Mittelmeer gerettet wurden Migranten, die aus dem Mittelmeer gerettet wurden  (BLASCO DE AVELLANEDA)

UNO: Zahl der Flüchtlinge seit 2009 um 50 Prozent gestiegen

Die Zahl der Flüchtlinge weltweit hat sich nach Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe im letzten Jahrzehnt um mehr als 50 Prozent erhöht. Waren demnach 2009 knapp über 43 Millionen Menschen auf der Flucht, so sind es jetzt mehr als 70,8 Millionen, wie die Organisation am Sonntag mitteilte.

Hauptursache sei die Kombination aus Langzeitkonflikten mit großen Fluchtbewegungen wie etwa in Syrien, Afghanistan oder Südsudan und mit neueren Krisen wie in Venezuela oder Myanmar. Auch die Folgen des Klimawandels treiben die Fluchtbewegungen laut UNO-Flüchtlingshilfe auf Rekordkurs: „Extremwetterereignisse verschärfen bestehende Krisen, wie aktuell in Afrika zu sehen, wo eine Rekorddürre im südlichen und Überschwemmungen in Ostafrika die Menschen belasten.“

In Deutschland, so der nationale Partner des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, „haben die Fluchtbewegungen im Rekordjahr 2015 sowie die private Seenotrettung die Debatten in den vergangenen Jahren beherrscht.“ Angesichts 15.000 Toter und Vermisster in den letzten fünf Jahren auf dem Mittelmeer sei die private Seenotrettung unverzichtbar: „Wer Lebensrettung auf hoher See kriminalisiert, vergeht sich an Werten wie Humanität und Menschlichkeit“.

„Es war ein extremes Jahrzehnt, die weltweiten Krisen komplex“

Geschäftsführer Peter Ruhenstroth-Bauer betonte: „Es war ein extremes Jahrzehnt, die weltweiten Krisen komplex. Nationalismus ist für diese Herausforderungen ebenso die falsche Antwort wie Grenzen und Zäune.“ Gelöst werden könnten die Probleme nur über internationale Zusammenarbeit und „unsere Solidarität als Zivilgesellschaft mit den Menschen auf der Flucht“. Als besondere Ereignisse nennt die Organisation unter anderem die Bürgerkriege ab 2011 in Syrien, Libyen und Somalia, ab 2013 weitere Konflikte im Südsudan und im Jemen sowie ab 2017 die Unruhen in Venezuela und die Vertreibung der Rohingya aus Myanmar.

„Flucht und Vertreibung gibt es auf jedem Kontinent, aber eben auch Hilfsbereitschaft und Solidarität, wir dürfen die Menschen in Not nicht alleine lassen,“ forderte Ruhenstroth-Bauer. Trotz der Zunahme der Zahl der Asylsuchenden in Deutschland dürfe man nicht vergessen, dass die Auswirkungen der Flüchtlingsbewegungen nicht primär Deutschland und Europa trügen, sondern Bangladesch, Uganda, Pakistan oder der Libanon: „85 Prozent der Flüchtlinge leben dort. Diese Länder und vor allem die Flüchtlinge dort muss Europa unterstützen.“

(kna - cs)

29 Dezember 2019, 10:48