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Loreto-Jubiläumsjahr: Ein Ablass in jeder Flughafenkapelle

Mit einem eben eröffneten Jubiläumsjahr erinnert die katholische Kirche an die „Madonna von Loreto", die Papst Benedikt XV. vor 100 Jahren zur Patronin der Luftfahrt erklärte. Gläubige können in diesem Jubiläumsjahr in vielen Flughafenkapellen auf der ganzen Welt einen vollkommenen Ablass erhalten.

„Das Lauretanische Jubiläum: Berufen, hoch zu fliegen", lautet das Motto des Themenjahres. Der Ausdruck „lauretanisch" bezieht sich auf den lateinischen Namen von Loreto, einem der wichtigsten Wallfahrtsorten Italiens.

„Es geht um den 100. Jahrestag, aber das Jubiläum richtet sich nicht nur an Beschäftigte in der Luftfahrt, sondern an alle, denn das Bild des Fluges ist eine Metapher für das Leben“, erklärte der Leiter des Wallfahrtsortes an der Adria, Erzbischof Fabio Dal Cin, im Gespräch mit Radio Vatikan.

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„Wir alle sind dazu aufgerufen, hoch zu fliegen. Nicht um von der Wirklichkeit zu fliehen, sondern andersherum, um die Wirklichkeit neu zu betrachten. Die Wirklichkeit ist das Rollfeld, von dem wir uns jeden Tag erheben können, um zwar drin zu bleiben im Alltag, ihn aber gleichzeitig von einer höheren Warte aus zu betrachten. Das Leben im Alltag: das Leben im Privaten, das öffentliche Leben, die Weltpolitik. Das Leben mit den Augen Gottes und des Evangeliums lesen zu lernen – das ist die Botschaft des Jubiläums.“

„Das Leben mit den Augen Gottes und des Evangeliums lesen zu lernen – das ist die Botschaft des Jubiläums“

In den Kapellen der Flughäfen auf der ganzen Welt, die dieses Privileg bei der Päpstlichen Delegation von Loreto erbeten haben, können Gläubige im Jubiläumsjahr einen vollkommenen Ablass erhalten, also den Nachlass zeitlicher Strafen für Sünden, deren Schuld schon getilgt ist. Dieses Angebot der Kirche soll ein Bewusstsein dafür schaffen, dass es so etwas wie Flughafenseelsorge gibt, erklärt Erzbischof Dal Cin. Viele Leute, die eine Flugreise antreten, seien jung oder sehr beschäftigt. „Vielleicht wissen wir nicht, dass es an einem Flughafen einen Ort gibt, an dem man reflektieren und zur Ruhe kommen kann, dass es da Leute für die Seelsorge gibt oder andere Betende. Und das Jubiläum ist eine Gelegenheit, das zu erfahren.“

Weltweit: Madonna von Loreto, 10. Dezember

Papst Franziskus, der selbst eine starke Marienfrömmigkeit lebt, hat Loreto im März besucht. Dort unterschrieb er sein nachsynodales Schreiben zur Jugendsynode, „Christus vivit". Außerdem wird seit diesem Jahr der bisher nur an einigen Orten begangene Gedenktag der „Maria von Loreto" von der katholischen Kirche weltweit gefeiert, und zwar jeweils am 10. Dezember.

In Loreto selbst begann das Jubiläumsjahr am Sonntag mit der Eröffnung einer „Heiligen Pforte" in der Wallfahrtskirche durch den vatikanischen Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. In der Wallfahrtsbasilika werden traditionell Mauern des Hauses von Maria in Nazareth verehrt. Einer Legende zufolge hatten Engel das Haus Marias aus dem galiläischen Ort nach Loreto an der Adriaküste gebracht. Diese Überlieferung veranlasste Piloten während der Zeit des Ersten Weltkriegs dazu, die in Loreto verehrte Madonna zu ihrer Schutzpatronin zu wählen.

Pilger und Pilgerinnen in Loreto können einen besonderen Moment der Gnade erfahren, sagte Erzbischof Dal Cin. „Die Gabe, die das heilige Haus allen schenkt, die eintreten, ist die Gabe der Einfachheit und der Demut.“

(vatican news)

10 Dezember 2019, 11:05