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Oslo Oslo  (ANSA)

Dänemark: Früherem Bischof von Oslo droht Haftstrafe

Dem früheren Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes und Bischof von Oslo Gunnar Stalsett droht eine 45-tägige Gefängnisstrafe, weil er eine illegale Einwanderin aus Eritrea als Haushaltshilfe beschäftigt hat. Er soll sich am 19. Dezember vor dem Bezirksgericht in Oslo verantworten, wie norwegische Medien am Wochenende berichteten.

Im August hatte Stalsett gegenüber der norwegischen christlichen Tageszeitung „Vart Land“ eingeräumt, dass er die 55-jährige Lula Tekle, die seit mehr als 14 Jahren ohne Aufenthaltserlaubnis in Norwegen lebt, aber wegen der Verhältnisse in ihrem Heimatland nicht dorthin abgeschoben werden darf, zwei Mal pro Monat als Putzhilfe bezahle. „Das ist eine Form des zivilen Ungehorsams, für die ich Verantwortung übernehme“, sagte Stalsett. „Es richtet sich gegen das, was ich eine unmoralische Ordnung nenne.“ Die Pflicht einem Menschen in Not zu helfen, sei ihm wichtiger gewesen, als eine unklare Rechtsordnung. In Norwegen unterliegen abgelehnte Asylbewerber einem Beschäftigungsverbot, auch wenn sie vom Staat nicht abgeschoben werden können. Laut Stalsett gilt dieser Status landesweit für rund 3.000 Menschen.

Die Präses der norwegischen Bischofskonferenz, Helga Haugeland Byfuglien, nannte das Verhalten Stalsetts im staatlichen Fernsehen „NRK“ „eine mutige Handlung, die Respekt verdient“. Unterstützung erhielt der frühere Bischof auch von Teilen der norwegischen Politik. So erklärten der frühere Vorsitzende der „Kristeligt Folkeparti“, Knut Arild Hareide, und der Abgeordnete der sozialliberalen Venstre-Partei, Abid Q. Raja, in der Tageszeitung „VG“, sie hofften, dass es durch das Verhalten Stalsetts zu einer Gesetzesänderung zugunsten „papierloser“ Flüchtlinge komme. Hingegen sprach sich Justizminister Jöran Kallmyr dafür aus, im Falle Stalsetts genauso zu verfahren wie mit jedem anderen Gesetzesbrecher. „Frau Justitia ist blind, und sieht keinen Unterschied zwischen denen, die sie richtet“, so Kallmyr in der Boulevardzeitung.

(kna - mg)

01 Dezember 2019, 14:44