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Kardinal Daniel DiNardo (2.v.r.) tritt als Vorsitzender der US-Bischofskonferenz zurück, sein Nachfolger könnte Jose Horacio Gomez (rechts) werden Kardinal Daniel DiNardo (2.v.r.) tritt als Vorsitzender der US-Bischofskonferenz zurück, sein Nachfolger könnte Jose Horacio Gomez (rechts) werden  (ANSA)

USA: Papst-Botschafter mahnt Bischöfe zu größerem pastoralen Einsatz

Bei der Herbstvollversammlung der US-Bischöfe in Baltimore steht ein Wechsel im Vorsitz an. Zum Abschied erinnerte Kardinal DiNardo an Herausforderungen für die Kirche. Mahnende Worte fand auch ein anderer.

Der Nuntius des Papstes in den USA forderte die US-Bischöfe zu größeren Anstrengungen in der Umsetzung von Prioritäten des Papstes  auf. „Der pastorale Schub dieses Pontifikats muss das amerikanische Volk erreichen“, sagte Erzbischof Christophe Pierre zum Auftakt der Herbstversammlung der US-Bischofskonferenz am Montag in Baltimore. Beobachter werten die Rede als ungewöhnlich deutlich.

„Unsere Gemeinschaft mit dem Heiligen Vater kann in konkreten Aktionen ausgedrückt werden, die wir unternehmen können, um seine Lehrautorität besser unter den Menschen bekanntzumachen", erklärte der Nuntius. Ausdrücklich verwies Pierre auf die Umwelt-Enzyklika „Laudato si“ von 2015. Einige Positionen des Papstes bräuchten „größere Anstrengungen auf unserer Seite, um die Herzen der politischen und zivilen Führer zu erreichen“, so der Erzbischof.

Ausdrücklich forderte der päpstliche Gesandte in den USA die Bischofskonferenz dazu auf, Migranten willkommen zu heißen und Rassismus zu bekämpfen.

Untersuchungsbericht McCarrick spätestens im neuen Jahr fertig

Der scheidende Vorsitzende der Konferenz, Kardinal Daniel DiNardo, erwähnte in seiner Abschiedsrede die Missbrauchskrise, die ihn persönlich stark herausgefordert habe. Die Begegnungen mit den Opfern hätten sein Leben „für immer verändert“. Ihr Zeugnis habe der Kirche „das Wissen gegeben, das wir brauchen, um etwas zu verändern". Dazu gehöre ein Abrücken vom herrschenden Klerikalismus; Kirchenführer müssten Diener sein, so DiNardo.

Auf Rückfragen aus dem Plenum versicherte der Kardinal von Boston, Sean O'Malley, der Vatikan werde bald den angekündigten Untersuchungsbericht zu dem wegen sexuellen Missbrauchs aus dem Priesteramt und Kardinalstand entfernten Theodore McCarrick vorlegen. Der Bericht könnte vor Weihnachten, spätestens aber im neuen Jahr fertig sein.

Erstmals Latino an der Spitze der US-Bischöfe möglich

Auf der bis Mittwoch dauernden Vollversammlung der US-Bischöfe stehen auch wichtige personelle Weichenstellungen an. Allgemein erwartet wird die Wahl des bisherigen Stellvertreters DiNardos, Erzbischof Jose H. Gomez aus Los Angeles, zum Nachfolger an die Spitze des Gremiums. Der gebürtige Mexikaner wäre der erste Latino an der Spitze der US-Bischöfe.

(kna – isc)

12 November 2019, 10:58