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Die britische Parlamentswahl am 12. Dezember könnte über die Zukunft Großbritanniens und der EU entscheiden Die britische Parlamentswahl am 12. Dezember könnte über die Zukunft Großbritanniens und der EU entscheiden  (AFP or licensors)

Schottlands Bischöfe schreiben „Wunschliste“ an künftige Regierung

Angesichts der britischen Parlamentswahl am 12. Dezember erinnern die Bischöfe Schottlands die katholischen Gläubigen daran, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Ihr Pastoralbrief, den am kommenden Wochenende Gläubige in allen 500 katholischen Kirchen Schottlands hören, liest sich wie eine Wunschliste an die zukünftige Regierung.

„Die Parlamentswahl gibt uns die Möglichkeit, einen Kandidaten zu wählen, der so weit wie möglich unsere Glaubensüberzeugungen spiegelt“, schreiben die Bischöfe. Die vorgezogenen Wahlen könnten für Zukunft Großbritanniens und der EU (Stichwort: Brexit) entscheidend sein.

Nicht nur, aber vor allem das EU-Referendum habe zu einer „entzweienden“ Politik geführt. „Lebhafte Debatten wurden manchmal zu persönlichen Attacken und sogar Gewalttaten, die inakzeptabel sind“, so die Bischöfe in ihrem Hirtenbrief.

Lebensschutz

Darin sprechen sie eine Vielfalt von Themen an, welche die Gläubigen mit Kandidaten für das Parlament besprechen könnten, unter anderem der Schutz des menschliches Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod, die Förderung von Ehe und Familie, die Bekämpfung von Armut und ein starkes Bekenntnis zum Umweltschutz. Auch der Umgang mit Migranten ist für die schottischen Bischöfe von hoher Bedeutung.

Migration

„Die Gesetzgebung in unserem Land sollte Flüchtlinge, Asylsuchende und Migranten willkommen heißen, die unmenschliche Politik der unbefristeten Schubhaft abschaffen und für jene sorgen, die in Konfliktgebieten leben, während sie dafür arbeiten, Konflikte friedlich zu lösen“, schreiben die Bischöfe.

Religionsfreiheit

Millionen Menschen weltweit werden aufgrund ihres Glaubens verfolgt, kritisieren die Bischöfe Schottlands. Auch in Großbritannien sei es schwieriger geworden, dem Glauben treu zu bleiben in einer Umgebung, die Religion auf die Privatsphäre des Menschen beschränkt. „Die nächste Regierung sollte gegen religiöse Verfolgung und Intoleranz weltweit kämpfen“, fordern die Bischöfe.

Waffenhandel

Massenvernichtungswaffen bezeichnen die Bischöfe als „ernsten Angriff auf Gott und die Menschheit“. Die nächste Regierung müsse daher aktiv an der Vernichtung der nuklearen Waffenlager im Land arbeiten und sich darüber hinaus für eine friedensorientierte Wirtschaft einsetzen. Großbritannien ist eine von inzwischen neun Atommächten auf der Welt.

Abschließend laden die Bischöfe zum Gebet für die zukünftigen Parlamentarier ein. „Mögen sie zum Guten und Wahren gelenkt werden, zu dem Einen, der wahren Frieden und Freiheit für alle bringen kann“, schreiben die Bischöfe in ihrem Pastoralbrief.

(vatican news – isc)

20 November 2019, 14:28