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Der anglikanische Erzbischof Justin Welby beklagt den steigenden Antisemitismus in England Der anglikanische Erzbischof Justin Welby beklagt den steigenden Antisemitismus in England  (ANSA)

Anglikanische Kirche: Christentum ist auch Schuld am Antisemitismus

Die anglikanische Kirche hat eine Mitverantwortung für Judenfeindlichkeit eingeräumt. „Zu oft in der Geschichte war die Kirche für den Antisemitismus verantwortlich und hat ihn mitgestaltet - und die Tatsache, dass antisemitische Sprache und Angriffe in ganz Großbritannien und Europa zunehmen, bedeutet, dass wir nicht selbstgefällig sein dürfen“, schreibt Anglikaner-Primas Justin Welby im Vorwort des 100-seitigen Berichts, den die Kirche von England am Donnerstag veröffentlichte.

 „Christen haben sich schuldig gemacht, negative Stereotypen des jüdischen Volkes zu fördern, die zu schwerem Leid und Ungerechtigkeit beigetragen haben. Sie haben die Pflicht, die Fortsetzung solcher Stereotypen wahrzunehmen und sich ihnen zu widersetzen“ heißt es in dem Dokument „God’s unfailing word“. Laut Medienberichten ist es das erste offizielle Schuldeingeständnis der anglikanischen Kirche zu diesem Thema.

England sei 1290 das erste Land gewesen, dass die gesamte jüdische Gemeinde zum Verlassen des Landes aufforderte, so das Dokument. Bis ins 20. Jahrhundert hinein hätten viele Kirchen die Diskriminierung von Juden, die nicht zum Christentum konvertieren wollten, unterstützt.

Nein zu Gebeten, die Juden diskreditieren

Viele Christen geben Juden noch heute „eine kollektive Schuld für die Tötung Jesu“. Aus diesem Grund fordert die Anglikanische Kirche: „Gebete, Hymnen oder die Gegenüberstellung von Texten der Leseordnung, die die Vorstellung fördern könnten, dass mit dem jüdischen Volk etwas nicht stimmt, müssen entweder beiseite gelegt oder von einer sorgfältigen Lehre begleitet werden, die diese Gefahren anerkennt und in eine andere Richtung weist.“

(church times –isc)

21 November 2019, 15:31