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Ein Mann mit ukrainischer Flagge vor der orthodoxen Georgs-Kathedrale in Istanbul Ein Mann mit ukrainischer Flagge vor der orthodoxen Georgs-Kathedrale in Istanbul  (ANSA)

Ukraine: Kirche von Griechenland erkennt neue Kirche an

Das Oberhaupt der orthodoxen Kirche von Griechenland, Erzbischof Hieronymos (Liapis), hat in einem offiziellen Brief an Metropolit Epifanij (Dumenko) die Anerkennung der neugegründeten „Orthodoxen Kirche der Ukraine“ durch die Kirche von Griechenland bestätigt.

Der Brief des Athener Erzbischofs vom 28. Oktober ist formell die Antwort auf den „Friedensbrief“ vom 17. Dezember des Vorjahrs, in dem Metropolit Epifanij die Oberhäupter aller autokephalen orthodoxen Kirchen über seine beim Kiewer „Einigungskonzil“ am 15. Dezember 2018 erfolgte Wahl informiert hatte.

Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios II. forderte seinerseits am 24. Dezember 2018 die Oberhäupter der autokephalen Kirchen brieflich auf, die mit der Autokephalie ausgestattete neue Kirche anzuerkennen. Die Kirche von Griechenland ist jetzt – neben dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel – die erste orthodoxe Kirche, die diesen Schritt gesetzt hat.

„Die Kirche der Ukraine vom Wirrwarr befreien“

In dem Brief von Erzbischof Hieronymos heißt es, er habe bereits im Dezember die Nachricht über die „kanonische Wahl“ von Metropolit Epifanij „mit Freude“ aufgenommen und ihm namens seiner ganzen Kirche gratuliert. Wörtlich wird im Brief des Athener Erzbischofs festgestellt: „Wir freuen uns über die gute Nachricht, dass unsere gemeinsamen Bestrebungen und Handlungen von Erfolg gekrönt wurden und die Barriere, die zwischen Ihnen und uns stand, die wir Orthodoxe und Brüder in allem sind, endlich zerbrochen wurde. Diese Barriere, die uns getrennt hat, hat uns viele Sorgen bereitet, große Skandale und großen Schaden für die ganze Kirche und für das gemeinsame Zeugnis der Orthodoxie in der modernen Welt ausgelöst“.

Der Dienst von Metropolit Epifanij möge „die Kirche der Ukraine völlig vom Wirrwarr befreien, der ihre Einheit zerstört hat, und Frieden, Einheit und Ausdauer zur Ehre Gottes und der ganzen Orthodoxie wiederherstellen“.

„Dolchstoß“

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Briefes von Erzbischof Hieronymos veröffentlichte das Außenamt der von Metropolit Onufrij (Berezowskij) geleiteten ukrainisch-orthodoxen Kirche eine Erklärung, in der es wörtlich heißt: „Wir bedauern die Entscheidung aus Athen, die den heiligen Kanones und Traditionen der Kirche widerspricht und einen schweren Fehler darstellt, der die Orthodoxie in der Ukraine ebenso wie die panorthodoxe Einheit verletzt. Die Entscheidung stellt einen Dolchstoß in den Rücken der kanonischen ukrainisch-orthodoxen Kirche dar, die seit Jahren durch das kirchliche Schisma gelitten hat und weiterhin durch die Hand der Schismatiker leidet.“

(pro oriente – sk)
 

30 Oktober 2019, 14:14