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Sr. Mary Agnes Njeri Mwangi Sr. Mary Agnes Njeri Mwangi 

Die Synode und die Rolle der Frauen: Dabei sein ist alles?

Zehn Ordensfrauen, die an der Amazonien-Synode teilnehmen, haben an diesem Freitag bei einer Pressekonferenz in Rom über ihre Erfahrung aus der Synodenaula berichtet. Wir sprachen mit einer von ihnen.

Mary Agnes Njeri Mwangi ist Missionsschwester sowie Fachfrau für indigene Theologie und interreligiösen Dialog. Sie engagiert sich für die Entwicklung der Kirche in Roraima in Brasilien, besonders die Seelsorge für die Urvölker in Brasilien liegt ihr am Herzen. Die Frauen, so unterstreicht es Schwester Mary Agnes im Gespräch mit uns, stellten insgesamt einen wichtigen Pfeiler für die katholische Kirche in der Amazonasregion dar:

„Die Frauen spielen eine große Rolle in den Gemeinschaften, sie kümmern sich um die Ausbildung der Katechisten, treiben Missionsprogramme voran. Die Frauen sind auch sehr aktiv im Bildungswesen -  und sie bringen auch den Kindern das Wort Gottes nahe, leisten also einen wichtigen Beitrag für die Kirche.“

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Die Frauen in Amazonien, so hält die Schwester fest, sind aus ihrer Sicht für Fragen wie Gerechtigkeit und Ökologie empfänglicher als Männer. Dies sehe man vor allem bei den indigenen Frauen, die für die Beerenernte verantwortlich sind: „Wenn sie zum Früchtesammeln in den Wald gehen, dann sehen sie natürlich auch die Auswirkungen des Klimawandels, wenn die Früchte beispielsweise nicht mehr zu den üblichen Zeiten reif sind. Und deshalb sind es eben auch die Frauen, die die Aufmerksamkeit auf dieses Problem lenken. Auch wenn es in einer Gemeinschaft keine Solidarität, keine Nächstenliebe gibt, dann sind immer die Frauen die ersten, die das bemerken und darauf drängen, dass man etwas dagegen tut.“

„Es ist aber jetzt an der Zeit, dass sich in der Organisation etwas tut“

Die Diskussion über neue Ämter für Frauen in der Amazonasregion, die in der Synodenaula geführt wird, kann mit der Realität der Amazonasregion kaum Schritt halten, meint Schwester Mary Agnes, denn „was wir hier als neue Ämter bezeichnen“, sei etwas, „was die Frauen bereits tun“. Die aktive und oft auch entscheidende Teilhabe der Frauen am Leben der Pfarreien werde jedoch in der allegemeinen Wahrnehmung nicht so sehr als Amt, sondern als Dienst betrachtet: „Es ist aber jetzt an der Zeit, dass sich in der Organisation etwas tut, dass die Talente jedes einzelnen in der Kirche gleich geschätzt werden, man ihnen denselben Stellenwert beimisst“, zeigt sich Schwester Mary Agnes überzeugt.

Agesprochen auf die teils kraftvoll erhobene Forderung nach einem Stimmrecht bei der Synode für die weiblichen, durch die Ordensoberinnenvereinigung entsandten Schwestern, zuckt Schwester Mary Agnes mit den Schultern. Ein solches Stimmrecht sei im Moment „nicht wirklich wichtig“, meint sie: „Wichtig ist meiner Meinung nach, dass die Ordensfrauen bei der Synode dabei sind, dass sie immer mehr miteinbezogen werden – und das ist bereits passiert. Die Synode war ja ursprünglich als Synode allein für die Bischöfe gedacht, als Versammlung also, bei der die Bischöfe verschiedene Fragen diskutieren. Aber die Erfahrung, die die Schwestern in den Basisgemeinschaften machen, ihr großes Engagement, ist schon aufgefallen – ohne, dass sie viel bereden mussten. Wichtig ist also, dass die Schwestern bei der Synode dabei sind und dass ihre Präsenz immer stärker wird. Es ist ein Prozess. Und jeder Schritt, den wir in diesem Prozess machen, ist ein Grund zum Feiern und Gott Dank zu sagen.“

(vatican news - gs/cs/skr)

18 Oktober 2019, 14:45