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Schwerpunktland der österreichischen Aktion ist in diesem Jahr das südostasiatische Land Myanmar Schwerpunktland der österreichischen Aktion ist in diesem Jahr das südostasiatische Land Myanmar   (ANSA)

Österreich: Weltmissions-Sonntag unterstützt Ortskirchen im Süden

In allen katholischen Pfarren in Österreich wie auch weltweit wird dieses Wochenende der Weltmissionssonntag begangen. Wie jedes Jahr am vorletzten Oktober-Sonntag, wird in den Gottesdiensten eine Kollekte für Projekte der Päpstlichen Missionswerke (Missio) in den ärmsten Weltregionen veranstaltet.

Dieses Jahr findet die „größte Solidaritätsaktion der Welt“ in einem besonderen Rahmen statt: Papst Franziskus hat den gesamten Oktober 2019 zum „Außerordentlichen Monat der Weltmission“ bestimmt, weshalb sich die Weltkirche derzeit intensiver als sonst mit ihrem missionarischen Auftrag beschäftigt.

Glauben freudig teilen statt überstülpen

Der Gedanke des Teilens mit der wachsenden Kirche in anderen Kontinenten steht bei der im Jahr 1922 eingeführten Aktion im Vordergrund, erklärte Missio-Österreich-Nationaldirektor Karl Wallner im Vorfeld. Die Kirche sei eine weltweite Gemeinschaft mit der Aufgabe, „Zeichen und Werkzeug für das Reich Gottes zu sein“. Berufungen zu Diensten als Priester, Ordensleuten oder Laienmitarbeitern gebe es ständig, zehn neue Diözesen entstünden pro Jahr. Die Unterstützung der Weltmission sei jedoch nicht auf das Spenden beschränkt, unterstrich Wallner. „Es beginnt damit, dass wir innerlich froh sind, Christen zu sein. Und dass wir uns frei und fröhlich zu unserem Christsein bekennen.“

Der 20. Oktober sei auch eine „Begegnung der Katholiken im Gebet füreinander“ und die geleistete Unterstützung ein Geben und Nehmen, so der Missio-Nationaldirektor weiter. Die Glaubenspraxis in Afrika, Asien, Lateinamerika und Ozeanien könne der Kirche in Österreichs wichtige Impulse geben. „Als Päpstliche Missionswerke wollen wir die Dynamik dieser jungen Kirchen hier nach Österreich bringen und unsere Mission wieder lebendig machen.“ Mission sei nicht Kolonisation oder Aufoktroyieren, sondern „meinen Glauben und mein Leben mit anderen Menschen freudig zu teilen“.

Als ein „Netzwerk, das keine Grenzen haben darf“, beschrieb der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler in seinem Aufruf zur Beteiligung am Weltmissionssonntag die Kirche. Mit finanzieller Unterstützung des wohlhabenden Nordens würden „dort, wo Kirche lebendig ist, Weichen für eine positive Entwicklung gestellt“. Von diesem Engagement der Kirche profitiere die gesamte Bevölkerung, unabhängig von der jeweiligen religiösen Zugehörigkeit. Glaubensverkündigung und entwicklungspolitisches Engagement gehörten stets zusammen, denn, so Glettler: „Authentischen christlichen Glauben gibt es nur in einer solidarischen Verbundenheit mit den Armen unserer Zeit.“

Existenz absichern

Weltweit gibt es in der katholischen Kirche 2.500 Diözesen, von denen mehr als 1.100 in den ärmsten Ländern der Welt liegen. Deren pastorale und soziale Arbeit wird durch die Missio-Sammlung oft erst ermöglicht, da diese auch jenen Ortskirchen, die von keiner Diözesan- oder Pfarrpartnerschaft erreicht werden, ein Existenzminimum zusichert. „Mehr als eine Milliarde Katholiken unterstützt gemeinsam die Allerärmsten durch Gebet und Spenden. So kann die Kirche vor Ort den Menschen an Leib und Seele helfen“, heißt es von Seiten der Päpstlichen Missionswerke dazu. Selbst die ärmsten Pfarren der Welt seien an der Aktion mit Gebeten und Sammlungen beteiligt.

Für die gerechte Verteilung der Gelder sind die örtlichen Missionswerke in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Päpstlichen Nuntiaturen zuständig. In Österreich wird als Schwerpunktland auf Myanmar verwiesen. Von der heimischen Sammlung unterstützte Kirchenprojekte in dem südostasiatischen Land widmen sich insbesondere dem Problem der Unterdrückung von Minderheiten und des weit verbreiteten Menschenhandels.

(kap – tg)

18 Oktober 2019, 12:15