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Der Primas der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats Der Primas der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats  (ANSA)

Ukraine: Gericht gibt Bischof Staatsbürgerschaft zurück

Ein regierungskritischer orthodoxer Bischof hat erfolgreich gegen die Aberkennung seiner ukrainischen Staatsbürgerschaft geklagt. Das Verwaltungsgericht Kiew erklärte die Aberkennung der Staatsbürgerschaft von Bischof Gedeon (Kharon) durch den ukrainischen Migrationsdienst für rechtswidrig.

Das teilte die mit dem Moskauer Patriarchat verbundene ukrainisch-orthodoxe Kirche am Donnerstag mit. Grenzschutzbeamte hatten den 59-Jährigen im Februar nach einem USA-Aufenthalt am Kiewer Flughafen an der Einreise gehindert, ihm seinen Pass abgenommen und ihn am folgenden Tag zu einem Flieger nach Frankfurt eskortiert.

Die Sicherheitsbehörden warfen dem Bischof antiukrainische Propaganda vor und stuften ihn als Gefahr für die nationale Sicherheit ein. Er hatte sich laut den Angaben in Washington mit US-Abgeordneten getroffen und ihnen von mutmaßlichen Diskriminierungen seiner moskautreuen Kirche durch die ukrainischen Behörden berichtet. In einem Video bat er zudem US-Außenminister Michael Pompeo um Hilfe.

Streit um Vormachtstellung im Land

Gedeon ist Vikar der Kiewer Diözese und Vorsteher eines Klosters. Neben der ukrainischen besitzt er auch die US-amerikanische und die russische Staatsbürgerschaft.

In der Ukraine streiten zwei orthodoxe Kirchen um die Vormachtstellung im Land: eine des Moskauer Patriarchats und eine eigenständige ukrainische Kirche. In den vergangenen Jahren unterstütze die Regierung massiv die von Russland unabhängige Kirche. Gedeons Kirche warf sie dagegen eine Unterstützung der prorussischen Separatisten in der Ostukraine vor.

(kap – sk)
 

20 September 2019, 11:35