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Filippo Grandi, Hoher Flüchtlingskommissar der UN, bei seiner Rede in Madrid Filippo Grandi, Hoher Flüchtlingskommissar der UN, bei seiner Rede in Madrid  (ANSA)

UN-Flüchtlingskommissar: Migrationspolitik lässt hoffen

Im flexibleren Umgang der neuen Regierung in Rom mit Rettungsschiffen von Hilfsorganisationen sieht der Hohe Flüchtlingskommissar der UN, Filippo Grandi, ein Hoffnungszeichen. „Die relative Leichtigkeit, mit der es zuletzt möglich war, Migranten in Italien an Land gehen zu lassen, lässt mich hoffen: Vielleicht wird die öffentliche Debatte jetzt nicht mehr durch Detailfragen abgelenkt, sondern konzentriert sich auf die wahren Probleme“, sagte Grandi am Sonntagabend bei einem internationalen Friedenstreffen in Madrid.

Die bei dem Treffen anwesenden Vertreter verschiedener Religionen forderte er auf, die derzeit 71 Millionen Vertriebenen in aller Welt nicht zu vergessen. „Diese sind ein Test, ein Barometer für unsere Gesellschaft“, so der UN-Hochkommissar. Jetzt brauche es dringend Kooperationen, um die globalen Probleme anzugehen, die Menschen dazu zwingen, auszuwandern.

Grandi äußerte dies bei der Eröffnung eines internationalen Friedensgebetstreffens in der spanischen Hauptstadt. Die Begegnung internationaler Religionsvertreter, Wissenschaftler und Politiker wird von der Gemeinschaft Sant'Egidio und der Erzdiözese Madrid organisiert.

Zuvor hatte schon Papst Franziskus die Teilnehmer des Treffens in einer Grußbotschaft aufgefordert, zusammenzurücken und für einen Frieden zu arbeiten, der keine Grenzen kennt. 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs habe die Menschheit das damalige Gottesgeschenk des Friedens vergeudet und neue Mauern und Grenzen errichtet. Stattdessen brauche es aber offene Türen, damit Menschen sich begegnen, austauschen und zusammenarbeiten können.

(kap – tg)

16 September 2019, 14:06