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Viele Menschen in Kamerun flüchten vor den gewaltsamen Auseinandersetzungen Viele Menschen in Kamerun flüchten vor den gewaltsamen Auseinandersetzungen 

Kamerun: Kirche beteiligt sich an nationalem Friedensdialog

Seit fast drei Jahren herrscht Gewalt in den englischsprachigen Regionen Kameruns. Deshalb hat Kameruns Präsident Paul Biya einen großen nationalen Dialog vom 30. September bis zum 4. Oktober einberufen. Die katholische Kirche beteiligt sich aktiv an der Debatte und liefert Lösungsvorschläge zur anglophonen Krise.

In den Krisenregionen im Nordwesten und Südwesten fordert die englischsprachige Bevölkerung, in der Schule und vor Gericht Englisch statt Französisch verwenden zu können. Der Protest hat sich zu einer Unabhängigkeitsbewegung entwickelt, der die staatlichen Sicherheitskräfte mit Gewalt entgegentraten. Die Zahl der Toten in dem Konflikt schätzen die Vereinten Nationen auf mindestens 1850.

Katholische Kirche liefert Lösungsvorschläge

Die katholische Kirche im Land arbeitet schon länger auf einen friedlichen Kompromiss hin. Kardinal Christian Wiyghan Tumi, emeritierter Erzbischof von Douala, wurde für sein Engagement deshalb sogar mit dem Nelson Mandela-Preis ausgezeichnet. „Wir sind verpflichtet, alles zu tun, auch wenn es das Leben kostet, um den Frieden in Kamerun wiederherzustellen.“ Er würdigte die Initiative des Präsidenten  als „eine ausgezeichnete Sache“.

Kardinal Tumi berichtet zudem von einem Treffen mit dem Premierminister, dem er eine Umfrage vorgelegt habe, die unter den Bewohner der englischsprachigen Regionen Kameruns durchgeführt wurde. „Etwas mehr als 1000 Menschen haben teilgenommen und auf der Grundlage ihrer Antworten haben wir ein 400-seitiges Dokument in drei Teilen erstellt, das sich auf die Ursachen der anglophonen Krise konzentriert und Lösungsvorschläge enthält“, sagte er.

In Kamerun sind 80 Prozent der 24 Millionen Einwohner französischsprachig. Im anglophonen Teil leben 20 Prozent.

(fides – tg)

25 September 2019, 13:23