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Vatican News
Demonstranten fordern den Rücktritt von Präsident Jovenel Moïse Demonstranten fordern den Rücktritt von Präsident Jovenel Moïse  (ANSA)

Haiti: Bischöfe geben Regierung die Schuld an anhaltender Krise

Die Proteste gehen weiter – die Polizei reagiert mit Tränengas. Die Demonstranten fordern seit vielen Monaten den Rücktritt des Präsidenten Jovenel Moïse. Die Bischöfe Haitis haben sich nun mit drastischen Worten an die Regierung gewandt: Verantwortlich für die nun fast zehnjährige Krise seien nicht alle, sondern die Politiker.

„Es ist, als befänden wir uns in einem Zustand des Bruderkriegs. Wir kamen dorthin wegen des Verhaltens von gewählten Amtsträgern und Verantwortlichen. Dies ist nicht mehr der Zeitpunkt, um zu erklären, dass wir alle schuldig sind. Das ist nicht die Wahrheit“, schreiben die Bischöfe. Die Gewalt habe einen klaren Anlass.

Trotz wiederholter Appelle in den vergangenen zwei Jahren seien die Politiker offenbar „taub und engagieren sich lediglich für die Verwaltung ihrer Macht, ihrer Privilegien und ihrer kleinlichen Interessen“.

Recht auf ein Leben in Würde

Die soziale und wirtschaftliche Situation im Lande werden immer explosiver. Schuld daran, so insistieren die Bischöfe, sei die Regierung und in erster Linie Präsident Moïse. „Wenn das Land in Flammen steht, dann wegen ihrer Verantwortungslosigkeit.“

Die Botschaft schließt mit einem Aufruf: „Volk von Haiti, lasst uns gemeinsam Unsicherheit, Korruption, Straffreiheit und Gewalt besiegen! Gott hat uns für das Leben geschaffen. Aus diesem Grund haben wir das Recht, in Würde zu leben.“

(sir – tg)

30 September 2019, 12:31