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Vatican News

Erzbischof: Krise um Rohingya „große Bürde“ für Bangladesch

Die Flüchtlingskrise um die Vertreibung der Rohingya aus Myanmar ist für das Nachbarland Bangladesch eine „große Bürde“. Daran hat der katholische Erzbischof von Chittagong, Moses M. Costa, erinnert.

Von den Vertriebenen wollten viele nicht nach Myanmar zurück, weil es für sie dort keine Sicherheit gibt, Bangladesch aber könne sie nicht alle aufnehmen, erklärte Costa im Interview mit der katholischen Nachrichtenagentur Kathpress in Wien: „Wir haben schon zu viele Menschen.“ Im Gebiet seiner Erzdiözese, die rund ein Fünftel Bangladeschs ausmacht, liegen auch die großen Rohingya-Flüchtlingscamps um Cox's Bazar.

Die Rohingya seien staatenlos, und „als sie kamen, hatten sie nichts“, zeigte der Erzbischof Verständnis für die Not der Geflüchteten. „Wenn jemand in Schwierigkeiten ist, müssen wir helfen, das ist aus menschlicher Sicht klar.“ Bangladesch habe Verantwortung übernommen und die Vertriebenen aufgenommen. „Die Leute in meinem Land waren sehr freundlich, auch weil viele von ihnen selbst wissen, wie es ist, Flüchtling zu sein.“ Auch die katholische Kirche im überwiegend muslimischen Bangladesch helfe, etwa durch die Caritas, die Unterkünfte errichtet habe und Nahrungsmittel bereit stelle.

[ Als sie kamen, hatten sie nichts ]

Gleichzeitig werde Kriminalität unter den Rohingya angesichts ihrer aussichtslosen Lage zum Problem. Manche würden zum Drogenhandel ausgenutzt. Und mittlerweile versuchten die Rohingya in Bangladesch aus den Camps herauszukommen und sich an anderen Orten wie den „Hill Tracts“ im Osten von Chittagong anzusiedeln. Dies setze die örtliche Bevölkerung in diesen entlegenen Regionen unter Druck, die selbst in großer Armut leben, so Erzbischof Costa: „Das ist meine größte Angst, obwohl ich diesem Volk gerne helfen würde, weil es staatenlos ist und nichts hat. Sie besetzen das Land der indigenen Stämme. Was wird dann mit diesen Menschen, mit unserem christlichen Volk dort, geschehen? Niemand redet darüber.“

Krise auf internationaler Ebene lösen

Costa setzt darauf, dass die Krise um die Rohingya in Myanmar auf internationaler Ebene gelöst wird. Die Vereinten Nationen, aber auch politische Mächte wie die EU müssten aktiv werden. „Ich weiß nicht, wie man das macht. Aber eines weiß ich: Für uns ist die Situation eine Herausforderung, eine große Bürde.“

2016 und 2017 waren Hunderttausende Angehörige der muslimischen Rohingya-Minderheit aus dem Bundesstaat Rakhine im buddhistisch dominierten Myanmar vor der Gewalt staatlicher Armeekräfte ins Nachbarland Bangladesch geflohen. Ein neuer, am Montag in Genf veröffentlichter Bericht einer UN-Untersuchungskommission hält fest, dass die rund 600.000 in Myanmar verbliebenen Rohingya nach wie vor der systematischen Verfolgung durch Sicherheitskräfte ausgesetzt und weiter von einem Völkermord bedroht sind.

(kap – sk)
 

17 September 2019, 12:34