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UN-Hochkommissar Filippo Grandi (rechts) trifft den chilenischen Außenminister Teodoro Ribera (links) UN-Hochkommissar Filippo Grandi (rechts) trifft den chilenischen Außenminister Teodoro Ribera (links)  (ANSA)

Venezuela: UN-Hochkommissar sieht Flüchtlingskrise pessimistisch

UNO-Flüchtlingskommissar Filippo Grandi ist sehr pessimistisch, was das Schicksal der Flüchtlinge und Migranten aus Venezuela betrifft. Ohne eine politische Lösung werde sich ihre Lage nicht bessern, sagte der Italiener in Chile.

„Ich bin nicht sehr optimistisch. Ich glaube, dass dieser Zustrom von Venezuelanern nach Chile anhalten wird, solange es in Venezuela keine politische Lösung gibt, die es ihnen ermöglicht, in ihr Land zurückzukehren.“ Das sagte Grandi vor Journalisten in Santiago de Chile.

Grandi berichtete, dass in den letzten drei Jahren mehr als vier Millionen Venezuelaner aus ihrem Land geflohen sind, davon zehn Prozent nach Chile. Nach chilenischen Angaben wohnten bis Ende letzten Jahres 288.233 Venezueler in dem Land; sie bildeten mit 23 Prozent aller Ausländer erstmals die zahlenmäßig größte Einwanderergemeinschaft in Chile.

Größter Massenexodus Lateinamerikas

Ausgelöst wurde der Flüchtlingsstrom durch den Absturz der venezolanischen Wirtschaft um ein Drittel, seit Nicolás Maduro im Jahr 2013 sein Amt als Präsident in Caracas antrat. Zu hohen Kriminalitätsraten, Krankheiten und Hunger kommt eine schwere politische Krise. Man spricht von dem größten Massenexodus Lateinamerikas. Südamerika hat so eine massive Flüchtlingskrise noch nie erlebt.

Hoffnung auf eine Lösung

„Mein Besuch dient vor allem dazu, den Chilenen und der chilenischen Regierung dafür zu danken, dass sie die hier angekommenen Venezueler so großzügig empfangen haben“, sagte der Italiener, dessen Besuch der erste eines UNO-Hochkommissars für Flüchtlinge in dem südamerikanischen Land ist.

„Wichtig ist, dass es in den Ländern, in denen sie empfangen werden, legale Aufenthaltsbestimmungen gibt. Diese sollen den Menschen ermöglichen, weiterhin in angemessener und würdevoller Weise ihr Leben zu führen, in der Hoffnung, dass in ihrem Land eine Lösung gefunden wird, damit sie zurückkehren können, wenn Stabilität wieder hergestellt wird.“

„Notwendigkeit, das Gleichgewicht im Land aufrechtzuerhalten“

Der chilenische Außenminister Ribera sagte, Grandi verstehe die „Notwendigkeit“ der chilenischen Regierung, „das Gleichgewicht im Land aufrechtzuerhalten“. Damit bezog er sich wohl auf die kürzlich eingeführte Anforderung eines Visums für Venezuelaner, die nach Chile einreisen wollen.

(vaticannews/tagesspiegel - cr)

14 August 2019, 11:01