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Dr. Thomas Heine-Geldern Dr. Thomas Heine-Geldern  (Copyright: free with credit to Photographer)

UNO: Erster Gedenktag für Opfer religiöser Verfolgung

Am 22. August wird erstmals der „Internationale Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalt aufgrund von Religion oder Glauben“ begangen. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hatte im Mai eine entsprechende Resolution verabschiedet. Es sei ein wichtiger Schritt, verfolgten Christen künftig mehr Gehör zu verschaffen, so Thomas Heine-Geldern, geschäftsführende Präsident von „Kirche in Not“.

Die ursprüngliche Idee kam von der Anwältin und Autorin Ewelina Ochab im September 2017. Das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ habe sie dazu inspiriert. Ochab wollte die Aufmerksamkeit der internationalen Gemeinschaft auf Verletzungen der Religionsfreiheit lenken. Seitdem sprach sie auf vielen Konferenzen, um ein Netzwerk aus Unterstützern zu bilden. Der Resolutionsvorschlag wurde schließlich von Polen in die UN-Vollversammlung eingebracht. Die USA, Kanada, Brasilien, Ägypten, Irak, Jordanien, Nigeria und Pakistan hatten den Vorschlag unterstützt.

Christen am stärksten verfolgt

„Allen Glaubensgemeinschaften widerfährt regelmäßig Gewalt. Doch internationale Berichte zur Religionsfreiheit bestätigen leider immer wieder, dass Christen am stärksten verfolgt werden“, sagt Heine-Geldern. Allein in den letzten fünf Jahren habe es zwei Fälle von Völkermord an religiösen Minderheiten gegeben: Im Irak und in Syrien durch die Truppen des sogenannten „Islamischen Staates“ an Christen, Jesiden und anderen religiösen Gruppen, sowie an der muslimischen Minderheit der Rohingya in Myanmar.

UN-Plattform und Tribunal für religiöse Gewaltakte gefordert

Der Präsident von „Kirche in Not“ sieht den neuen Gedenktag als wichtigen Meilenstein, der aber nur ein erster Schritt sein dürfe: „Der 22. August darf nicht Selbstzweck sein, sondern muss einen Prozess anstoßen, der die internationale Gemeinschaft zu einem koordinierten Aktionsplan bewegt, um religiöse Verfolgung zu beenden und künftig zu verhindern. Es ist eigentlich die Pflicht der Vereinten Nationen, der Regierungen und politischen Akteure, dem Menschenrecht auf Religionsfreiheit Geltung zu verschaffen. Dem symbolischen Tag müssen jetzt Taten folgen.“

Ein notwendiges Instrument sei unter anderem die Einrichtung einer UN-Plattform, um den Austausch mit Vertretern der verfolgten religiösen Gruppen zu fördern, erklärte Heine-Geldern. Zudem müssten die Vereinten Nationen auf die Einrichtung eines internationalen Tribunals für Gewaltakte hinarbeiten, die sich gegen Gläubige richten.

(pm – vm)

21 August 2019, 10:30