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Vatican News
Viele Menschen in Südafrika gehen auf die Straße - wie hier in Johannesburg Viele Menschen in Südafrika gehen auf die Straße - wie hier in Johannesburg  (AFP or licensors)

Südafrika: Kirche muss Volk zur Seite stehen

Bischof Sithembile Sipuka, Präsident der Südafrikanischen Bischofskonferenz (SACBC), hat die Führer der katholischen Kirche aufgefordert, die vielen gewalttätigen Proteste im Land nicht zu ignorieren. Man müsse vielmehr den Dialog mit den Menschen suchen. Das erklärte er bei der Eröffnung der Vollversammlung der SACBC im südafrikanischen Mariannhill.

Man müsse den Bürgern zur Seite stehen, um ein konstruktiveres Engagement mit den politischen Führungskräften zu ermöglichen. Nur so könne man dazu beizutragen, die gewalttätigen Proteste zu stoppen, die das Land derzeit auf eine harte Probe stellen.

„Eines der Hauptprobleme, mit denen wir in Südafrika konfrontiert sind, sind die vielen gewalttätigen Proteste“, so der Bischof. „Und diese Gewalt ist zum Teil auch auf unsere Abwesenheit als Kirchenführer zurückzuführen. Wenn Menschen in verzweifelten Situationen allein gelassen werden, greifen sie auf verzweifelte, ja oft auch destruktive Maßnahmen zurück. Nur wenn wir mit ihnen gemeinsam gehen, ihnen wirklich zur Seite stehen, können wir eine konstruktivere Zusammenarbeit mit den politischen Führungskräften erleichtern.“

Gesunde Debatte über schwierige Themen

Weiter sagte er, dass von der positiven Erfahrung mit dem Kampf gegen die Apartheid nicht mehr viel übrig sei. Man habe es versäumt,  „den Menschen in ihrem Kampf zur Seite zu stehen und sich stattdessen in die Sakristeien zurückgegezogen, sich auf gelegentliche pastorale Stellungnahmen beschränkt.“ Eine gesunde Debatte müsse sich auch so strittigen Fragen wie der des Landbesitzes stellen. Die Kirche dürfe dabei nicht distanziert bleiben, sondern müsse konstruktive Wege finden, um die historischen Ungleichheiten Südafrikas anzugehen.

Hintergrund

In Südafrika kommt es fast täglich zu Protesten. Viele Menschen gehen auf die Straße, weil sie enttäuscht darüber sind, dass sich seit dem Ende der Apartheid noch immer nichts getan hat. Nicht alle genießen dieselben Freiheiten und Privilegien; die Armen sind immer noch arm, die Kriminalitätsrate ist hoch. Die Straßenproteste enden oft in Gewalt und Kollisionen mit der Polizei.

(cisa/df – vm)

08 August 2019, 11:38