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Kardinal Raï: Toleranz für die Rettung des Libanons

Für Kardinal Béchara Pierre Raï ist Toleranz oberstes Gebot. Ohne die Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Religionen werde die Spaltung im Land nur noch größer, betonte er gegenüber Asianews.

Der Regierung käme nun die Aufgabe zu, der Vielfalt im Land Rechnung zu tragen und den wirtschaftlichen Sanierungsplan umzusetzen. Das Ziel sollte dabei Gerechtigkeit und Wahrheit, nicht aber Folter und Gewalt sein. Die Libanesen müssen sich mit der „religiösen und kulturellen Vielfalt“ versöhnen, die das Land auszeichnet. Der maronitische Patriarch bezog sich dabei auf die Politik und die Institutionen, die scheinbar nicht in der Lage seien, diese Vielfalt zu schützen.

Ohne die Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Religionen zerfalle das soziale Leben und die Spaltung werde nur noch größer, so der Kardinal gegenüber Asianews. Auf nationaler Ebene vervielfachten sich die Feindschaften und die Krise verschärfe sich dadurch immer weiter. Der Kardinal hofft, dass die Regierung in der Lage sein wird, den kürzlich auf dem Gipfel in Baabda entwickelten wirtschaftlichen und finanziellen Sanierungsplan umzusetzen. Er warnt, dass dies nur gelingen kann, wenn die politischen Führer die Schlepperkriminalität an Häfen und Flughäfen kontrollieren können.

Ausstehende Gehälter an Lehrer zahlen

Zudem bat er den Staat, ausstehende Gehälter an Lehrer von Privatschulen zu zahlen. Viele von ihnen sind in den letzten Tagen auf die Straße gegangen, um gegen Entlassungen und ausstehende Gehaltszahlungen zu demonstrieren. „Als Christen und als Libanesen sind wir verpflichtet, die Kultur des Dialogs sowie die Kultur der Gerechtigkeit und Wahrheit zu verbreiten. Diese ist weit entfernt von Unterdrückung und Zwang durch Schläge und Folter, die falsche Zeugnisse erpressen will“, betont der Kardinal.

Er wiederholte in seinen Ausführungen eine schwere Anschuldigung, die letzte Woche gegen die Streitkräfte der Inneren Sicherheit erhoben worden war. Ein Leiter des Sicherheitsdienstes soll demnach Folter für Gefangene in abgelegenen Gefängniszellen befürwortet haben.

Abschließend lud der Patriarch die Führer zum „persönlichen Dialog“ ein: „Wir begrüßen jede Initiative in diese Richtung", sagte er.

(vatican news – vm)

20 August 2019, 11:50