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Hilfe in Kerala Hilfe in Kerala  (ANSA)

Indien: Kirche an vorderster Front bei Monsun-Hilfe

Nicht nur Worte, sondern auch konkrete Taten: Während auch Papst Franziskus in einem Telegramm an die Opfer und die Schäden der Monsun-Katastrophe in Kerala erinnert, helfen im Katastrophengebiet katholische Einrichtungen den Hinterbliebenen und den Rettungseinsätzen.

Mario Galgano und Robin Gomes – Vatikanstadt

Pater George Vettikattil leitet das „Kerala Social Service Forum“. Er erläutert uns, wie die Kirche Hilfs- und Rettungseinsätze nach den Überschwemmungen und Erdrutschen durch die schweren Monsunregen unterstützt.

Zum Nachhören

Überschwemmungen bedrohen immer wieder weite Teile der Staaten in Süd- und Westindien. Mindestens 200 Menschen starben bei den neuen Überschwemmungen und Erdrutschen infolge anhaltender Regenfälle, die vor allem die Bundesstaaten Kerala, Karnataka, Maharashtra und Gujarat getroffen haben.

Über 1,2 Millionen Menschen davon betroffen

In der Zwischenzeit haben weitere heftige Regenfälle in Uttarakhand und Jammu für Unordnung gesorgt; neun Menschen kamen bei Erdrutschen ums Leben. Außerdem wurden am Montag in den Bundesstaaten Westbengalen und Odisha bei regenbedingten Vorfällen fünf Menschen getötet.

Kerala am schlimmsten betroffen

Kerala, wo vor genau einem Jahr 480 Menschen durch beispiellose Regenfälle und Überschwemmungen ums Leben kamen, ist auch in diesem Jahr am schlimmsten betroffen. Keralas Zahl der Todesopfer lag am Montag bei 85, während in Karnataka, Gujarat und Maharashtra 116 Menschen ihr Leben verloren haben.

Etwa 250.000 Menschen mussten in Kerala ihre Wohnungen verlassen; sie leben in 1.600 Hilfslagern, darunter kirchliche Schulen, Hostels und sogar Kirchen.

Die Kirche öffnet ihre Türen für alle

Die katholische Kirche beherbergt etwa 45.000 Menschen in 300 Einrichtungen, die als Hilfslager genutzt werden, sagte Vettikattil.

„Wir haben alle unsere Einrichtungen geöffnet, um bedürftige Menschen in provisorischen und sicheren Unterkünften unterzubringen“, sagt der Leiter des „Kerala Social Service Forum“ (KSSF), das die karitativen Bemühungen aller 32 katholischen Diözesen im Staat über die lokalen Sozialverbände koordiniert.

Am Telefon mit Vatican News erklärt er, dass mindestens 10 der 14 Bezirke des Staates von der Flut betroffen seien. Es gab etwa 100 Erdrutsche,  viele Menschen würden derzeit vermißt.

Pater Vettikattil, der auch Sekretär der Kommission für Gerechtigkeit, Frieden und Entwicklung des Katholischen Bischofsrates von Kerala (KCBC) ist, weist darauf hin, dass die 32 katholischen Diözesen von Kerala etwa 12 der 14 Bezirke des Staates umfassen. Jede Diözese habe einen Sozialverband, der zusammen mit lokalen katholischen Institutionen, Pfarreien und Organisationen an Rettungs- und Hilfsmaßnahmen beteiligt sei. Derzeit betreibt die Kirche mehr als 1.000 Hilfslager, in denen etwa 50.000 Menschen von den Sozialverbänden betreut werden. Sie stellen allen betroffenen Menschen, unabhängig von ihrer Religion, sowohl Lebensmittel als auch sonstiges Hilfsmaterial zur Verfügung.

Fischergemeinschaften helfen mit

Pater Vettikattil spricht auch über die katholischen Fischergemeinden, die mit ihren Booten Hilfe angeboten haben. Während der Überschwemmungen im vergangenen August retteten sie 65.000 Menschen vor den Überschwemmungen. In der aktuellen Krise wurden sie an verschiedenen Orten platziert, um bei Rettungseinsätzen zu helfen.

Die katholische Kirche versucht, mit der Regierung zusammenzuarbeiten, die ihren eigenen Hilfsplan hat. Auch andere Teile Asiens wie Myanmar oder Ostchina wurden von Überschwemmungen heimgesucht.

(vatican news)

14 August 2019, 11:56