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Philippinen: Behörden schließen 55 Schulen für Indigene

Das Bildungsministerium in dem Inselstaat hat offiziell die Schließung von 55 Schulen für Stammesangehörige im Süden des Landes angeordnet. Die Nachrichtenplattform Ucanews meldete an diesem Montag, man werfe den Schulen „linksgerichtete Ideologien“ vor.

Bereits für das nächste Schuljahr haben die Einrichtungen keine Lehrerlaubnis mehr. Anlass für die Anordnung war die Empfehlung des nationalen Sicherheitsberaters Hermogenes Esperon. Der pensionierte General, einst an der ranghöchsten Spitze der Armee, überzeugte die Behörden davon, die Schulen würden mit kommunistischen Rebellen in der Region von Mindanao arbeiten.

Schließung mit Gewalt

Der Sprecher des Bildungsministeriums, Jenielito Atillo, erklärte indes, ein ehemaliger Schüler hätte behauptet, an den Stammesschulen würden Kinder für die Nutzung von Schusswaffen und mit militärischen Strategien wie das Legen von Hinterhalten ausgebildet. Auch Protestaktionen und „Anti-Regierungsideologien“ stünden auf dem Lehrplan, so der Vorwurf.

Das aus Kirchenvertretern und Nichtregierungsorganisationen gebildete Netzwerk „Save Our Schools“ („Rettet unsere Schulen“) verurteilte die Anordnung als nicht ordnungsgemäß. Das Militär habe die Schulen mit Gewalt geschlossen und etwa Anwohner mit vorgehaltener Waffe gezwungen, die Schulgebäude zu zerstören. Zum Zeitpunkt der Schließung arbeiteten ohnehin nur mehr 11 der 55 Schulen, die seit Scheitern der Friedensverhandlungen mit den kommunistischen Rebellen unter Druck stehen.

Tausende vertriebene Kinder

Der gemeinnützige Schulträger „Salugpongan Ta’ Tanu Igkanogon Community Learning Center” wehrte sich gegen die vorgebrachten Anschuldigungen und klagte, man sei „traurig, dass die Regierungsaufgabe, die Rechte der Stammesangehörigen auf Bildung und Selbstbestimmung anzuerkennen und aufrecht zu erhalten, von einem militaristischen Vorgehen unterdrückt wird, das diese Menschen noch mehr an den Rand drängt“. Laut der Kinderrechtsorganisation „Save the Children“ können mindestens 7200 wegen des bewaffneten Konflikts vertriebene Stammeskinder nicht in die Schule gehen.

(ucanews – fr)

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15. Juli 2019, 15:18