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Vatican News
Proteste der Orang Asli in Malaysia Proteste der Orang Asli in Malaysia  (ANSA)

Malaysia: Aufruf Indigener zur Achtung der Religionsfreiheit

Die indigenen Gemeinschaften Malaysias haben die Regierung aufgefordert, die Praxis der erzwungenen Bekehrung einzudämmen und der Kultur, der Religion und den Traditionen ihrer Völker mehr Aufmerksamkeit und Respekt zu schenken.

Die Orang Asli (Ureinwohner Malaysias) kritisieren die Präsenz eines Islam, der sich „manchmal radikal“ manifestiert und „ihre Lebensweise und Kultur verwässert“, berichtet der vatikanische Fidesdienst. In diesem Zusammenhang haben einige Führer der indigenen Gemeinschaft dem malaysischen Parlament in den letzten Tagen ein Memorandum vorgelegt, in dem sie die Regierung des Premierministers, Mahathir Mohamad, aufforderten, die Entsendung von „muslimischen Predigern, um ihre Gemeinde zu bekehren“ zu beenden. Die indigenen Völker wollen vermeiden, ein Klima zu schaffen, das ihren Modus vivendi destabilisieren könnte. Der Sprecher der Gruppe, Anjang Aluej sagte gegenüber Fides, dass „die Frage des Proselytismus auf der asiatischen Insel seit vielen Jahren im Gange ist. Viele unserer Mitglieder waren überrascht, dass sie auf ihrem Personalausweis als ,Muslime´ registriert waren. Dies ist ein schwerwiegendes Verbrechen für uns, da für eine religiöse Bekehrung eine vorherige Zustimmung erforderlich ist und wir unmittelbar nachfragen müssen, bevor solche Änderungen an den Dokumenten vorgenommen werden“

Nicht nur Muslime

Nach Angaben des Sprechers versuchen auch Priester und Geistliche christlicher Konfessionen, „in unsere Dörfer zu kommen, um ihren Glauben zu verbreiten“. Als ob das nicht genug wäre, litten indigene Kinder „oft unter Diskriminierung und Mobbing an staatlichen Schulen“. Das Memorandum hebt auch kommerzielle Aktivitäten wie Entwaldung und Bergbau in angestammten Gebieten hervor, die das Leben der lokalen Bevölkerung gefährden. Nachdem die Orang-Asli-Gemeinden festgestellt hätten, dass die Regierung den Bau einiger Wasserkraftwerke in der Nähe ihrer Dörfer plante, forderten sie sie auf, ihre Häuser und Dörfer zu verlassen, und diese wiederum forderten sie auf, die Projekte zu stoppen. Die Gruppe stellte fest, dass die malaysischen Behörden die fortgesetzte Besiedlung von Einzelpersonen und Unternehmen in ihrem Hoheitsgebiet nicht verhinderten. Darüber hinaus argumentieren sie, dass von der Regierung geförderte Initiativen wie Geburtsplanungsprogramme, die die Verteilung von Medikamenten beinhalteten, „nicht angemessen erklärt und von der örtlichen Gemeinde mit Argwohn betrachtet wurden“. Die Lebensbedingungen der Orang Asli gerieten nach dem Tod von 12 Ureinwohnern, die in den letzten Wochen durch Masern verursacht wurden, in den Mittelpunkt des Interesses.

Zu den Orang Asli gehören verschiedene nicht-malaiische ethnische Gruppen, die auf der Halbinsel Malakka und den Nachbarinseln beheimatet sind. Sie sind offiziell in 18 Stämmen registriert, die in drei Hauptgruppen eingeteilt sind. Traditionell sind sie Animisten, doch mehrere Mitglieder der Gemeinschaft haben den Islam oder das Christentum angenommen.

(osservatore romano - mg)

21 Juli 2019, 14:20