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Rom an diesem Montag: Francesca, die Schwester des vermissten Paters Paolo Dall'Oglio, bei einer Pressekonferenz Rom an diesem Montag: Francesca, die Schwester des vermissten Paters Paolo Dall'Oglio, bei einer Pressekonferenz  (ANSA)

Syrien: US-Belohnung für Informationen über entführte Priester

Das US-amerikanische Außenministerium hat eine Summe von bis zu fünf Millionen Dollar (rund 4,5 Mio. Euro) für Informationen über das Schicksal von fünf in Syrien verschollenen katholischen und orthodoxen Bischöfen und Priestern ausgelobt. Sie alle wurden 2013 mutmaßlich von islamistischen Gruppierungen entführt und gelten seither als vermisst.

Konkret geht es um Hinweise über den Verbleib des Jesuiten Paolo Dall'Oglio, der beiden Aleppiner Metropoliten Mor Gregorios Yohanna Ibrahim und Boulos Yazigi sowie des armenisch-katholischen Priesters Michael Kayyal und des griechisch-orthodoxen Priesters Maher Mahfouz. 

Die Entführung der christlichen Geistlichen zeige die rücksichtslosen Taktiken der IS-Terroristen, gegen die man angehen müsse, heißt es in einer Mitteilung auf der Website des Washingtoner „Rewards for Justice“-Programms. Der IS stelle nach wie vor eine Bedrohung für die Vereinigten Staaten, ihre Alliierten und Partner im Nahen Osten dar.

Auf humanitärer Mission entführt...

Der syrisch-orthodoxe Erzbischof Mor Gregorios Yohanna Ibrahim und der griechisch-orthodoxe Erzbischof Boulos Yazigi waren am 22. April 2013 auf der Fahrt von der syrisch-türkischen Grenze in Richtung Aleppo von Unbekannten verschleppt worden. Informationen des US-Außenministeriums zufolge sollen die Entführer der „al Nusra“-Front angehört haben. Diese Entführer hätten die Metropoliten dann an IS-Milizen „weitergereicht“. Die Metropoliten hatten sich auf einer humanitären Mission befunden: Man hatte ihnen die Freilassung der zwei Monate zuvor aus einem Linienautobus entführten Priester Kayyal und Mahfouz versprochen.

Pater Dall'Oglio: ein Leben für den christlich-isalmischen Dialog

Der aus Rom stammende Jesuit und Islamwissenschaftler Paolo Dall'Oglio wurde vor sechs Jahren, am 29. Juli 2013, in der damaligen IS-Hochburg Rakka verschleppt, als er versuchte, im Konflikt zwischen islamistischen Kämpfern und Kurden zu vermitteln. Dall'Oglio arbeitete seit den 1980er Jahren in Syrien und setzte sich besonders für die Ökumene und den christlich-islamischen Dialog ein. Wegen seiner Kritik am syrischen Regime und angeblicher Unterstützung von Rebellen wurde er 2012 aus Syrien ausgewiesen.

Die Schützenhilfe von Papst Franziskus

Papst Franziskus und der Jesuitenorden bekundeten mehrfach ihre Besorgnis über das Schicksal Dall'Oglios und forderten seine Freilassung. Ende Jänner empfing Franziskus Familienangehörige des Ordensmannes in Privataudienz. Vor wenigen Tagen hat sich der Papst in einem Brief auch direkt an den syrischen Präsidenten Bashar al-Assad gewandt. Darin bat Franziskus nicht nur um konkrete Gesten für die Zivilbevölkerung der umkämpften Region Idlib, sondern auch um Aufmerksamkeit für alle während des Konfliktes verschwundenen Menschen.

(kap – skr)
 

30 Juli 2019, 13:09