Suche

Vatican News
In Indien ist der Glaube an Hexerei immer noch verbreitet In Indien ist der Glaube an Hexerei immer noch verbreitet 

Indien: Mutter und Tochter wegen „Hexerei“ getötet

Im östlichen Bundesstaat Jharkhand sind eine 56-jährige Frau und ihre Tochter von ihren Nachbarn ermordet worden. Die Nachbarn hatten die beiden Frauen beschuldigt, Hexerei betrieben zu haben. Die Erzdiözese Ranchi ist entsetzt, dass solch eine Brutalität auch zur heutigen Zeit noch möglich ist.

Alter Aberglaube, Versagen der Regierung und die Gesellschaft seien für die beiden Morde verantwortlich, sagte ein Sprecher der Erzdiözese der Nachrichtenagentur ucanews. Nach Aussagen der örtlichen Polizei seien die beiden Frauen getötet worden, nachdem Nachbarn sie für den Tod eines Verwandten verantwortlich gemacht hatten.

In dem Bundesstaat Jharkhand ist der Glaube an Hexerei besonders verbreitet. Der Staat hat sogar ein Gesetz verabschiedet, dass die Beschuldigung der Hexerei verbietet. In ganz Indien sind nach Angaben der Regierungsbehörde zur Erhebung von Straftaten zwischen dem Jahren 2000 bis 2012 über 2.000 Menschen getötet worden, weil sie als vermeintliche Hexen galten. In Jharkhand waren es in dem Zeitraum mindestens 523 Menschen. Meistens sind die Opfer Frauen.

Hexerei und Zauberei häufig nur ein Vorwand

Laut den Kirchen ist Hexerei oftmals aber nur ein Vorwand, jemanden zu töten. Nicht selten seien finanzielle Streitigkeiten, Neid oder Diskriminierung der wahre Grund. Doch auch unzureichende Bildung der Ureinwohner führe dazu, dass der Glaube an Hexerei und Zauberei in einigen Staaten immer noch weit verbreitet ist.

(ucanews - vm)

05 Juli 2019, 12:21