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Polizisten schlossen auch das letzte katholische Krankenhaus in Eritrea Polizisten schlossen auch das letzte katholische Krankenhaus in Eritrea 

Eritrea: Auch das letzte katholische Krankenhaus geschlossen

Auch das letzte katholische Krankenhaus im Land ist am Freitag geschlossen wurden. Polizisten vertrieben die Ordensfrauen gewaltsam aus der Einrichtung in Zager und versiegelten die Türen, meldet der vatikanische Fidesdienst. Schon in den vergangenen Wochen wurden 22 katholische Krankenhäuser und Kliniken geschlossen.

Die Schwestern in Zager hatten nicht einmal Zeit, Krankenhausausrüstungen mitzunehmen. Die Klinik etwa 30 Kilometer von der Hauptstadt Asmara entfernt leistet vor allem Geburtshilfe und allgemeine medizinische Versorgung für das Dorf. Wie die Fachkräfte aus den anderen geschlossenen Kliniken haben die Ordensfrauen nun ihre Arbeitsstelle verloren.

Viel schlimmer trifft es aber die Menschen in den Regionen selbst. Denn die geschlossenen Krankenhäuser liegen vor allem in den armen und ländlichen Gegenden des Landes, in denen es kaum andere medizinische Versorgung gibt. "Diese Schließung schmerzt den gewöhnlichen Menschen mehr als religiöse Organisationen“, sagt eine Schwester des Krankenhauses in Zager.

Bischöfe fordern eine Antwort

In einem Brief an die Regierung forderten katholische Bischöfe eine Antwort auf die Schließung der Krankenhäuser. Die Regierung teilte lediglich mit, dass diese Schließungen mit einer Norm von 1995 im Einklang seien. Diese Norm solle dafür sorgen, dass soziale Entwicklungen und soziale Dienste ausschließlich vom Staat ausgeübt werden.

Beobachter aber sehen in der Schließung von den Krankenhäusern vor allem eine Kritik der Regierung an der Kirche. Die Regierung will offenbar der einzige Anbieter medizinischer Versorgung sein. Doch staatliche Krankenhäuser seien oft schlecht ausgerüstet und es gebe zu wenig Personal. Die Katholiken in Eritrea befürchten jetzt, dass nach den Krankenhäusern auch katholische Bildungseinrichtungen und Kindergärten geschlossen werden.

Katholiken in Eritrea geduldet

Dabei ist Katholizismus in Eritrea geduldet. Dennoch sind Katholiken eine absolute Minderheit. Viele fliehen nach Europa, da die Regierung trotzdem immer wieder gewaltsam gegen Christen vorgeht. In dem Land gibt es seit 1993 keine Verfassung und seitdem auch keine Präsidentschaftswahlen. Aktivisten und UNO werfen dem Regime um den diktatorischen Präsidenten Isayas Afewerki immer wieder Menschenrechtsverletzungen vor.

(fides/sir/vatican news – vm)

06 Juli 2019, 12:40