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Proteste in Myanmar gegen den Myitsone-Damm Proteste in Myanmar gegen den Myitsone-Damm   (ANSA)

Myanmar: Kirche stellt sich gegen China-Staudamm

Die Bischofskonferenz Myanmars hat mit einer offiziellen Erklärung ihren Widerstand gegen das umstrittene Bauprojekt im Irrawaddy-Fluss bekräftigt. Wie die Nachrichtenagentur Fides am Dienstag meldete, wollen sie nicht zulassen, dass „die Geschichte unserer ‚heiligen Mutter‘“, wie sie den Fluss nennen, gefährdet wird.

Damit reihen sich die Bischöfe ein in die vielen Kritiker aus der Zivilgesellschaft Myanmars. Der Bau des Myitsone-Staudamms im Bundesstaat Kachin würde für Millionen von Menschen ein nachhaltiges Leben unmöglich machen, eine humanitäre Katastrophe und Massenauswanderung auslösen, befürchten sie: „Der Irrawaddy-Fluss fließt durch das Herz unserer Nation und ernährt Millionen von Menschen sowie Flora und Fauna und ist damit Wasser des Lebens. Für die Menschen in Myanmar ist die Geschichte des Irrawaddy-Flusses mit unserer langen Geschichte von Freud und Leid verwoben“, heißt es in dem Schreiben.

Entsprechend plädierte Yangons Erzbischof, Kardinal Charles Maung Bo, wiederholt für den Erhalt des Flusses im Sinne dauerhaften Friedens: „Die sozialen und ökologischen Konflikte, die verursacht werden, sind nicht mit dem versprochenen wirtschaftlicher Fortschritt aufzuwiegen, den man sich vom Bau des Staudams erhofft“, mahnt er.

China will zahlen - und profitieren

Die Bischöfe verteidigen ihre Einmischung in diesen politischen Fragen: „Als katholische Kirche führen wir einen ständigen konstruktiven Dialog mit der Regierung und allen interessierten Parteien“. Im „Geist der Zusammenarbeit“ wollen sie das Land in Frieden mit aufbauen – aber eben nicht den Staudamm. Dessen Bau soll rund 3,8 Milliarden US-Dollar kosten und Energie aus Wasserkraft ans benachbarte China liefern, welches auch die Kosten trägt.

Die Proteste brachen aus, nachdem die Regierung den 2011 verhängten Baustopp kürzlich wieder aufheben wollte. Die 150 Meter hohe Talsperre würde etliche Dörfer überfluten. Das Projekt gehört zu den ausländischen Investitionen Chinas, die unter dem Titel „Neue Seidenstraße“ bekannt sind.

(fides / vatican news – fr)

12 Juni 2019, 11:16