Suche

Vatican News
Protest für die Fortsetzung lebenserhaltender Maßnahmen im Fall Lambert Protest für die Fortsetzung lebenserhaltender Maßnahmen im Fall Lambert  (AFP or licensors)

Belgien: Bischöfe wollen Seelsorge statt Sterbehilfe

Die belgischen Bischöfe haben eine neue Erklärung für die „Pastorale Begleitung am Ende des Lebens“ veröffentlicht. Wie das Schweizer Medienportal cath.ch an diesem Donnerstag berichtet, soll das am Mittwoch veröffentlichte Schreiben besonders den Seelsorgenden Orientierung bieten, die mit älteren und sterbenskranken Menschen zu tun haben.

Niemand soll im Stich gelassen werden, das ist die Grundüberzeugung der katholischen Hirten Belgiens. In ihrem Dokument mit dem Titel „Ich nehme dich an der Hand“ erkennen sie die verschiedenen Facetten des Todes als Abschied vom Leben: Loslassen, zurückblicken, Versöhnung und Trost brauchen. Hierfür könne ein pastoraler Dienst im Sinne der christlichen Botschaft eine Hilfe bieten, existenziellen Fragen zu begegnen. Seelsorgende, die sich um die Beziehung zu den Sterbenden und zu Gott bemühen, könnten zeigen, dass er „ein Verbündeter in unserer Gebrechlichkeit ist, wenn er auch ein unergründliches Geheimnis ist“, so die Bischöfe.

Zum Nachhören

Sakramente und Riten helfen

Dafür helfe die Bewahrung der Besonderheit christlicher Sakramente und Riten, helfen sie doch, das Unaussprechliche auszudrücken. Nachdrücklich betonen sie, das Sakrament der Krankensalbung schwer kranken und schwachen Menschen zu spenden, nicht bloß Sterbenden. In jedem Fall sei ein einfühlendes Zuhören die Grundlage der Seelsorge am Lebensende.

Die Bischöfe berühren auch die heikle Frage der Sterbehilfe. Besonders in Situationen, wo Menschen ihren Wunsch zu sterben ausdrücken, werde eine schwierige Spannung erzeugt. In solchen Momenten der Ohnmacht, gelte dennoch: „Wir vertrauen unseren Nächsten immer dem an, der die Quelle allen Lebens ist und dessen Barmherzigkeit keine Grenzen kennt.“

Anstatt dem Wunsch nach Sterbehilfe nachzugeben, müsse die Rede vom „unerträglichen Leiden“ zur selbstkritischen Frage führen, „ob wir den gefährdeten Menschen genügend Aufmerksamkeit schenken“. Doch auch die Auferstehung leugne in keiner Weise die Schwere des Todes, erklären die Bischöfe schließlich.

(cath.ch – fr)

13 Juni 2019, 14:46