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Proteste in Venezuela Proteste in Venezuela  (ANSA)

Venezuela: „In den Händen Gottes“

Der Druck auf das Regime lässt nicht nach: Auch für diesen Mittwoch hat der Vorsitzende der Nationalversammlung und Herausforderer von Präsident Nicolás Maduro, Juan Guaído, zu Protesten gerufen. Die Bischofskonferenz hat in den letzten Tagen intensiv über die Lage im Land beraten.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Just an diesem Mittwoch endet die Vollversammlung der Bischofskonferenz. Schwerpunkt der Beratungen war die prekäre politische Lage. „Wir legen unser Land in die Hände Gottes“, heißt es in einer kurzen Erklärung der Bischöfe auf Twitter, die während der neuen Proteste publiziert wurde.

Zum Nachhören

Der Priester Pedro Pablo Aguilar ist Pressesprecher der Bischofskonferenz. Er sagte der Online-Ausgabe der Zeitung „Vida Nueva“, dass „die Bischöfe darauf hoffen, ein klares Bild zu bekommen, um eine Stellungnahme abgeben zu können“. Das lässt darauf schließen, dass sich die Bischöfe noch nicht positionieren wollen. 

“ Militärs sollen nach ihrem Gewissen handeln ”

Schon am Montag hatte Kardinal Baltazar Porras , Erzbischof von Mérida und apostolischer Verwalter von Carácas, geklagt: „Es fehlt noch immer an allem, aber am meisten fehlt es an Sicherheit, Vertrauen und Ruhe. Das Leben scheint hier wertlos geworden zu sein; wie bei Pilatus oder Herodes geht es einigen nur noch darum, an der Macht zu sein.“

Vor einem Monat hatten die Bischöfe in einem Kommuniqué die Regierung deutlich angegriffen: „Die Menschenrechte werden missachtet, und gelegentlich werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen. Leider geschieht dies in unserer Heimat unter dem beifälligen Blick der Behörden.“ Die Bischöfe erinnerten daran, dass Maduro sich eigentlich nur noch auf das Militär stützen könne. Dabei sei es „eine Missachtung der Verfassung“, dass er die Führung der Armee benannt habe. Die Bischöfe luden „alle Mitglieder der Streitkräfte dazu ein, sich als Teil eines Volkes zu betrachten, das verteidigt werden muss, und nach ihrem Gewissen zu handeln“.

(vatican news/religionelibertad)

01 Mai 2019, 11:17