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Vigil in Warschau Vigil in Warschau  (ANSA)

Polens Bischöfe begrüßen Dokumentarfilm über Missbrauch in Kirche

Ein neuer Dokumentarfilm über sexuellen Kindesmissbrauch durch Priester erhöht in Polen den Druck auf die katholische Kirche. Die am Samstag im Internet veröffentlichte zweistündige Doku „Nur sag es niemandem" des Regisseurs Tomasz Sekielski schauten sich in den ersten 24 Stunden nach Angaben der Videoplattform YouTube mehr als drei Millionen Menschen an.

Die Bischofskonferenz begrüßte den Film und bat erneut für Missbrauchsfälle um Entschuldigung. „Im Namen der ganzen Bischofskonferenz möchte ich  bei allen geschädigten Personen sehr um Vergebung bitten", sagte deren Vorsitzender, Erzbischof Stanislaw Gadecki. Er dankte dem Filmemacher für seine Arbeit. „Bewegt und traurig" habe er sich Sekielskis Dokumentation angeschaut.

Der für den Kinderschutz in der Kirche zuständige polnische Primas hat sich in einem eigenen Video „tief betroffen" von den Schilderungen in dem Film geäußert: „Ich danke allen, die den Mut haben, von ihrem Leid zu erzählen." Er entschuldigte sich für jede von Kirchenmitarbeitern zugefügte „Wunde". Der Bischofskonferenz-Vorsitzende Gadecki sagte, der Grundtenor des Films decke sich mit seinen Erfahrungen, die er in vielen Gesprächen mit Geschädigten gewonnen habe.

Vorab erfolglos bemüht

Während der Arbeiten an seinem Film hatte sich Sekielski nach eigenen Angaben erfolglos um Stellungnahmen von Bischöfen bemüht. Stattdessen kommen in seinem Werk ausführlich Betroffene und einige Priester zu Wort.

Im Herbst 2018 hatte die Bischofskonferenz ganz anders auf den polnischen Kinofilm „Klerus" reagiert, der sexuellen Kindesmissbrauch durch Priester und dessen Vertuschung angeprangerte. Die meisten Bischöfe hatten den Streifen ignoriert oder kritisiert. Mehr als fünf Millionen Zuschauer machten ihn zum meistgesehenen Kinofilm in Polen seit 2000.

(kna – gs)

13 Mai 2019, 13:49