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Aufnahme von den Protesten am vergangenen Mittwoch Aufnahme von den Protesten am vergangenen Mittwoch  (AFP or licensors)

Indonesien: „Die Demokratie wird standhalten“

Der nationale Direktor der Päpstlichen Missionsgesellschaften, Markus Nur Widipranoto, hat trotz der gewalttätigen Proteste Zuversicht für die politische Situation geäußert. Das meldete die Missionspresseagentur Fides am Dienstag. „Wir sind nicht besorgt über die Gewalt nach den Wahlen. Die Demokratie in Indonesien ist solide und wird dem Angriff derer, die sie mit Straßenschlachten in Frage stellen, standhalten.“

 

Gemeint sind die mehrtägigen Proteste nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse am Dienstag letzter Woche in Jakarta. „Die Mehrheit der indonesischen Bevölkerung akzeptiert und begrüßt die Wahlergebnisse“, so Widipranoto. Die Bürger respektierten die Verfassungsprinzipien und die gesetzlichen Regeln. Es sei klar, dass die Proteste von einer kleinen Minderheit ausgingen. „Überdies stehen Polizei und Militär fest hinter der Regierung und haben die Unruhen im Land unter Kontrolle: Das gibt dem Staat Stabilität.“

Islamische Organisationen gegen Gewalt

Der bei den Wahlen bereits zum zweiten Mal unterlegene Kandidat Prabowo Subianto hatte nach Bekanntgabe der Ergebnisse dem wiedergewählten Präsidenten Joko Widodo Wahlbetrug vorgeworfen. Seine Anhänger, zu denen auch islamistische Gruppen zählen, gingen daraufhin auf die Straße und ließen die Proteste in den folgenden Tagen eskalieren. Hierzu erklärt der Missionsdirektor: „Es ist zu beachten, dass die zwei größten Organisationen des indonesischen Islams, Unterstützer eines toleranten und friedlichen Islam, die Gewalt verurteilt haben und die Demokratie unterstützen.“

Die Bestellung des hohen islamischen Gelehrten Ma'ruf Amin als Vizepräsident widerspreche dem Vorwurf, Präsident Widodo sei antiislamisch. Insgesamt zeigt sich Widipranoto hoffnungsvoll, dass das Land die aktuellen Spannungen überwinden und sich „im Sinne eines bürgerlichen Zusammenlebens weiterentwickeln wird.“

Die 190 Millionen Wahlberechtigten in dem mehrheitlich muslimischen Inselstaat Indonesien waren am 17.04. zur Präsidentschaftswahl aufgerufen. Bei den allgemein als korrekt beurteilten Wahlen haben 55,5 Prozent der Wähler in der drittgrößten Demokratie der Welt den seit 2014 amtierenden Präsidenten wiedergewählt.

(fides / vatican news – fr)

29 Mai 2019, 14:40