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Ein Junge in Bangladesch arbeitet in einem Gewürzladen Ein Junge in Bangladesch arbeitet in einem Gewürzladen 

Bangladesch: Kirche arbeitet an Kinderschutz

Die Kirche im südasiatischen Land hat erkannt: Es braucht bessere Maßnahmen für den Schutz Minderjähriger. In Dhaka trafen sich deshalb am Samstag laut Meldung von AsiaNews katholische Aktivisten und Bischöfe zur Entwicklung gemeinsamer Standards. Die Nichtregierungsorganisation World Vision berichtete, 82 Prozent aller Kinder würden missbraucht.

Die Beratungen betrafen Wege und Mittel, um Kindern eine förderliche Umgebung mit medizinischer Versorgung, ausreichender Ernährung und Freizeit zu garantieren. Den Teilnehmenden war aber die Verabschiedung einer Kinderschutzrichtlinie für christliche Einrichtungen das erste Anliegen. Damit wollen sie im Anschluss an die Synode im Vatikan zum Thema Missbrauch und nach den neuen päpstlichen Regelungen in ihrem Land mit gutem Beispiel vorangehen. Bislang hat Bangladesch selbst keine Gesetzgebung zum Schutz von Kindern.

Kinder ohne Rechte

Die Konferenz, an der auch Dhakas Erzbischof, Kardinal Patrick D’Rozario teilnahm, hatte die bischöfliche Kommission für Gerechtigkeit und Frieden mit der auf Kinderschutz spezialisierten Organisation World Vision organisiert. Der Vorsitzende der Kommission, Gervas Rozario, sagte diesbezüglich: „In Bangladesch ist eine große Zahl von Kindern ihrer grundlegenden Menschenrechte beraubt aufgrund von inakzeptablen Gesundheits-, Ernährungs-, Bildungs- und Gesellschaftsbedingungen.“

“Wenn sie in ihrer Kindheit verletzt werden, können sie das für den Rest ihres Lebens nicht vergessen.”

Bedauerlicherweise, fügte er hinzu, „sind sie auch verschiedenen Formen körperlicher und seelischer Gewalt ausgesetzt – zuhause, am Arbeitsplatz und an anderen öffentlichen Plätzen“. Darum sehe sich die katholische Kirche verpflichtet, an der Schaffung sicherer und geschützter Umgebungen für Kinder zu arbeiten. Chandan Gomes, Programmentwicklungsdirektor bei World Vision Bangladesch, schildert die beängstigende Situation für Kinder im Land: „Unsere Forschungen zeigen, dass 82 Prozent der Kinder Opfer von Gewalt und 65 Prozent der Mädchen von Verwandten sexuell missbraucht werden. Kinder sind wie Blumen“, erinnerte Gomes, „wenn sie in ihrer Kindheit verletzt werden, können sie das für den Rest ihres Lebens nicht vergessen“.

Der Kommissionssekretär, Pater Liton Gomes, musste zugeben, auch in katholischen Schulen und Wohnheimen gebe es noch immer Fälle von Gewalt oder schlechter Behandlung. Er betont: „Wir brauchen eine Strategie, um die Gewalt zu stoppen.“

(asia news – fr)

22 Mai 2019, 16:18