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Nach den Terroranschlägen auf Sri Lanka Nach den Terroranschlägen auf Sri Lanka 

Sri Lanka: Vermummungsverbot nach Terroranschlägen

Die Regierung von Sri Lanka hat eine Woche nach den Terroranschlägen vom Ostersonntag ein Vermummungsverbot erlassen. Niemand darf mehr eine Gesichtsbedeckung tragen, die das Identifizieren einer Person verhindert, meldet das Nachrichtenportal der Regierung News.lk am Montag.

Das Verbot umfasst Gesichtsschleier und Burkas für muslimische Frauen. Islamische Kleidung wird aber nicht ausdrücklich erwähnt. Gesichtsbedeckungen stellen laut dem Präsidentenerlass eine „Gefahr für die Sicherheit der Nation und der Öffentlichkeit“ dar.

Gedenkfeiern am Sonntag

Mit religiösen Zeremonien gedachte Sri Lanka am Sonntag der mehr als 250 Toten und 500 Verletzten sowie der betroffenen Familien, die Opfer der Terroranschläge auf drei Kirchen und drei Luxushotels wurden. Präsident Maithripala Sirisena, Premierminister Ranil Wickremesinghe sowie Oppositionsführer Mahinda Rajapaksa nahmen an dem Gedenkgottesdienst unter Leitung von Colombos Erzbischof, Kardinal Malcolm Ranjith, in der Kapelle von dessen Residenz teil. Präsident Sirisena war außerdem bei einer buddhistischen Opferzeremonie im Hunupitya Gangaramaya Tempel, einer der bedeutendsten Kultstätten der Hauptstadt Colombo.

Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) hat die Massaker für sich reklamiert. Die Selbstmordanschläge verübten Mitglieder der islamistischen Organisation National Thawheed Jammath (NTJ) aus Sri Lanka. Laut Volkszählung von 2012 sind 70 Prozent der 22 Millionen Einwohner Sri Lankas Buddhisten, 12,6 Prozent Hindus, 9,7 Prozent Muslime und 7,6 Prozent Christen, darunter sind 83 Prozent, also etwa 1,4 Millionen Menschen in der römisch-katholischen Kirche.

Kirchen, Tempel und Moscheen waren am Sonntag aus Sicherheitsgründen der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Messen fanden allerdings statt.

(vatican news – fr)

29 April 2019, 13:55