Suche

Vatican News
Die Polizei sichert die St. Anthony's Church in Colombo Die Polizei sichert die St. Anthony's Church in Colombo  (ANSA)

Sri Lanka: Entsetzen über Anschläge in Kirchen und Hotels

Sri Lanka steht unter Schock: In den Morgenstunden des Ostersonntag detonierten sechs verschiedene Sprengsätze, drei davon in Kirchen und drei in Luxus-Hotels der Hauptstadt. Jüngsten Meldungen zufolge sollen über 180 Menschen den Anschlägen zum Opfer gefallen sein, Hunderte wurden verletzt. Die Osterfeierlichkeiten im ganzen Land wurden ausgesetzt.

Bislang hat sich noch keine terroristische Vereinigung zu den Anschlägen bekannt, örtliche Medien sprechen aber von Selbstmordanschlägen. Die Autoritäten haben die Bürger zur Ruhe aufgerufen und sie gebeten, zu Hause zu bleiben. Bis 2009 wurde das Land durch einen blutigen Bürgerkrieg erschüttert.

Im Abstand von einer halben Stunde, zwischen 8.30 und 9.00 Uhr Ortszeit detonierten am Ostertag die Sprengsätze. In der St. Anthony Kirche in Colombo, der Kirche St. Sebastian in Nigombo und in der Sion-Kirche in Batticaloa feierten die katholischen Gläubigen zum Zeitpunkt der Anschläge die Ostermesse. Außerdem nahmen die Terroristen drei 5-Sterne-Hotels in der Hauptstadt Colombo ins Visier: Die Hotels Shangri-La, Cinnamon Grand und Kingsbury sind auch bei europäischen Touristen ein beliebtes Reiseziel. Insgesamt 35 Ausländer sollen bislang unter den Todesopfern identifiziert worden sein, berichtet die Nachrichtenagentur afp unter Berufung auf die lokalen Polizeibehörden. Nähere Informationen zu den Nationalitäten der Opfer lagen noch nicht vor.

Es handelt sich um den bislang schwersten Anschlag in Sri Lanka seit dem Ende des Bürgerkrieges vor zehn Jahren. Bei den Kämpfen zwischen Tamil-Rebellen und der Regierung kamen UN-Schätzungen zufolge zwischen 1979 und 2009 etwa 80.000 Menschen ums Leben. Die Osterfeierlichkeiten in dem Land mit buddhistischer Bevölkerungsmehrheit, in dem Katholiken etwa 7 Prozent der 21 Millionen Einwohner stellen, wurden in Folge der Anschläge ausgesetzt.

(afp/divers - cs)

21 April 2019, 10:32