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Kardinal Rai: „Libanon riskiert wirtschaftlichen Kollaps“

Der Libanon riskiert den wirtschaftlichen und finanziellen Kollaps, wenn der Kampf gegen die Korruption und die damit zusammenhängenden politischen Mechanismen erfolglos bleibt. Das sagte der maronitische Patriarch, Kardinal Bechara Boutros Rai, an diesem Wochenende.

Der Kardinal-Patriarch kritisierte vor allem den Rückstand bei der Verwirklichung der von der internationalen Gemeinschaft verlangten Reformen; die internationale Gemeinschaft mache sich „offenbar mehr Sorgen um den Libanon als die libanesischen Politiker“. Kein Minister wolle die notwendigen Einsparungsschritte im Rahmen der Austeritätspolitik auf sich nehmen. Nach wie vor stünden die Interessenkonflikte im Mittelpunkt des politischen Geschehens.

Es sei inakzeptabel, dass das Problem der Energieversorgung und der täglichen Verschwendung in diesem Sektor noch nicht angegangen wurde. Ebenso mangle es an „mutigen Entscheidungen“ über die Aktivgehälter und Pensionen der Staatsbeamten und über alle anderen Ausgaben, die den Staat dem Konkurs nahebringen. Als „unannehmbar“ bezeichnete der Patriarch die Tatsache, dass es kein verabschiedetes Budget für das laufende Jahr gibt. „Das sind Sünden gegen das libanesische Volk“, so Rai wörtlich.

„Das sind Sünden gegen das libanesische Volk“

Zugleich rief der Leiter der größten katholischen Ortskirche des Nahen Ostens die Politiker und das ganze libanesische Volk zu einem echten Sparprogramm auf, um den wirtschaftlichen Zusammenbruch des Landes zu verhindern.

(pro oriente – sk)
 

03 April 2019, 15:40