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Vatican News
Trauernde in Negombo (Sri Lanka) Trauernde in Negombo (Sri Lanka) 

„Stand der Christenverfolgung ist besorgniserregend“

„Christenverfolgung ist in vielen Regionen der Welt grausame Realität.“ Darauf weist das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ nach den Anschlägen von Sri Lanka hin.

Pressesprecher Tobias Lehner nannte in einem Interview vor allem Nigeria als Schauplatz schwerer Gefährdung von Christen. „Millionen Menschen wurden durch Boko Haram heimatlos. Kinder haben ihr Eltern verloren. Kürzlich kamen Übergriffe von Nomaden auf Dörfer vor. In allen Fällen sind Christen am stärksten betroffen“, so Lehner. Hintergrund des Konflikts in Nigeria sei eine „Gemengelage“: „Es geht um Politik und um Besitzverhältnisse ebenso wie um Religion. Alles spielt zusammen.“

Den Nahen Osten nannte Lehner ein „Pulverfass“. „Die Zahl der Christen hat sich massiv reduziert. Im Irak lebten früher 1,4 Millionen Christen, heute es sind es gerade noch 300 000. Auch in anderen Ländern des Nahen Ostens ist es angespannt. Christen haben in diesen Regionen oft keinen Fürsprecher.“

„Absolut besorgniserregend“

In Israel säßen die Christen oft „zwischen den Stühlen“. Immer wieder komme es zu antichristlichen Straftaten, vor allem Vandalismus. „Palästinensische Christen sehen sich oft massiven Behinderungen ausgesetzt, wenn sie die heiligen Stätten in der Altstadt von Jerusalem besuchen möchten.“ Im Gazastreifen, wo heute nur noch etwa tausend Christen lebten, seien „einige sehr radikale islamische Gruppen aktiv“.

Die Christenverfolgung bleibe weltweit „seit einigen Jahren auf einem konstant hohen Niveau“, so Lehner. Das sei „absolut besorgniserregend“.

(pm – sk)
 

25 April 2019, 10:14