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Pakistanische Frauen feiern das Frühlingsfestival Holi Pakistanische Frauen feiern das Frühlingsfestival Holi  (AFP or licensors)

Forderung in Pakistan: Endlich Schutz für Minderheiten

Jährlich werden in Pakistan etwa tausend christliche und hinduistische Mädchen entführt, religiöse Minderheiten leiden unter Diskriminierung und Verfolgung. Ein nationaler Aktionsplan muss her, fordert der Präsident der „Pakistan Minorities Teachers‘ Association“.

„Es ist dringend notwendig, dass die pakistanische Regierung unter Imran Khan effektive Maßnahmen zum Schutz christlicher und hinduistischer Mädchen ergreift, die Opfer körperlicher und seelischer Gewalt sind“, fordert der katholische Laie Anjum James Paul, Lehrer an einer öffentlichen Schule und Präsident der „Pakistan Minorities Teachers‘ Association“ (Lehrervereinigung pakistanischer Minderheiten). Am 20. März, so berichtet Paul, dem Tag des hinduistischen Frühlingsfestivals „Holi“, wurden die aus der pakistanischen Provinz Sindh stammenden Schwestern Ravina und Rina, 13 und 15 Jahre, entführt und zur Islamkonvertierung gezwungen. Das gleiche passierte im Februar der 13-jährigen Sadaf Khan im indischen Bundesstaat Punjab. Ein Muslim nahm sie anschließend zur Frau.

Den Worten des Präsidenten müssen Taten folgen

„Es ist der Moment, zu entscheiden, ob die christlichen und hinduistischen Christinnen das Recht auf ein freies Leben haben oder ob sie versteckt leben müssen, ausgeliefert an solch gefährliche Kriminelle, die unbestraft bleiben“, fordert Paul. Es brauche einen nationalen Aktionsplan, mit dem die betroffenen Frauen gerettet und Vorkehrungen gegen solche Entführungen, Zwangskonversionen und -ehen getroffen werden. Imran Khan müsse der Diskriminierung und Verfolgung religiöser Minderheiten ein Ende bereiten, wie er es auch im Wahlkampf versprochen habe.

Frau und Nicht-Muslim: doppelte Gefahr

Informationen der pakistanischen Kirche zufolge werden jährlich etwa 1.000 christliche und hinduistische Mädchen entführt. In vielen weiteren Fällen wird nicht einmal Anzeige erstattet, weil Polizei und Justiz nicht neutral sind und ihre Miteinbeziehung aussichtslos erscheint. In Pakistan leben zwei Prozent Hindus und eineinhalb Prozent Christen. Die Frauen unter ihnen sind doppelt verwundbar – weil sie weder Muslime noch Männer sind.

(fides – ap)
 

23 März 2019, 14:15