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800-Jahrfeier einer historischen Begegnung 800-Jahrfeier einer historischen Begegnung 

Vor 800 Jahren: Franz von Assisi und Malik al-Kamil

Vor genau acht Jahrhunderten traf sich in der ägyptischen Hafenstadt Damiette, mitten in der Zeit der Kreuzzüge, der heilige Franz von Assisi mit dem muslimischen Sultan Malik al-Kamil. Aus heutiger Sicht war das die Geburtsstunde des Dialogs zwischen Christentum und Islam.

An das Treffen vor 800 Jahren erinnerten Christen und Muslime an diesem Wochenende mit Feiern und Festakten in Ägypten. Dazu ist als Vertreter von Papst Franziskus auch Kurienkardinal Leonardi Sandri angereist.

Der Franziskaner-Kustos im Heiligen Land, Francesco Patton, traf sich in der Hauptstadt Kairo mit dem Großscheich der renommierten sunnitischen al-Azhar-Universität, Ahmad Mohammad al-Tayyeb. Letzter hat vor einem Monat zusammen mit Papst Franziskus in Abu Dhabi eine Erklärung über eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Islam und katholischer Kirche unterzeichnet.

“ Ein konkretes Beispiel für Geschwisterlichkeit ”

Patton warb auf einer Konferenz, die von al-Azhar und den Franziskanern gemeinsam ausgerichtet wurde, für mehr Dialog und Begegnung zwischen Katholiken und Muslimen. Die Schulen der Franziskaner in Ägypten seien „ein konkretes Beispiel dieser Geschwisterlichkeit, dieses Dialogs und dieser gemeinsamen Anstrengung, eine Kultur und Erziehung des Friedens zu schaffen, die die notwendige Prämisse jedweden Handelns für den Frieden sind“.

Ein Friede, der durch Gewalt erreicht wird, ist illusorisch

„In einer Zeit wie der unseren, wo einige den Zusammenprall der Zivilisationen predigen und zu Gewalt greifen“, erinnere das historische Treffen von Damiette daran, „dass Gewalt steril ist, dass ein durch Gewalt errungener Frieden illusorisch ist, dass ein Frieden, der durch die Niederlage des Gegners zustande kommt, zerbrechlich ist.“ Patton bedankte sich bei al-Tayyeb für dessen Engagement im interreligiösen Gespräch und für einen toleranten Islam.

„Der Heilige und der Sultan hatten die Fähigkeit, als Glaubende miteinander zu sprechen“, so Pater Patton weiter: „im gegenseitigen Respekt, im gegenseitigen Zuhören.“ Das ermutige auch uns Heutige, „angesichts einer Kultur der Intoleranz gegen den Strom zu schwimmen“.

(sir – sk)
 

03 März 2019, 11:54