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Anfang Februar haben die Regierung Zentralafrikas und 14 bewaffnete Gruppen ein neues Friedensabkommen geschlossen Anfang Februar haben die Regierung Zentralafrikas und 14 bewaffnete Gruppen ein neues Friedensabkommen geschlossen  (AFP or licensors)

Zentralafrika: Bischöfe misstrauen Friedensvertrag

Die Bevölkerung in der Zentralafrikanischen Republik „wartet verzweifelt auf Frieden“, sagt der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Pfarrer Tanga-Koti. Seit Kurzem liegt wieder ein Friedensabkommen auf dem Tisch - das achte binnen sechs Jahren. Und leider sähen die Bischöfe wenig Anlass, darauf zu vertrauen, so Tanga-Koti.

Den neuen Friedensvertrag hat die Regierung Präsident Faustin Archange Touadera und Premier Simplice Sarandji, beide parteilos, mit 14 bewaffneten Gruppen nach 19-tägigen Verhandlungen in Sudans Hauptstadt Khartum geschlossen. Die Afrikanische Union und die UN-Friedensmission (Minusca) haben die Übereinkunft bestätigt. Sie soll den Ende 2012 in der Zentralafrikanischen Republik (ZAR) ausgebrochenen Kämpfen zwischen muslimischen und christlichen Aufständischen ein Ende setzen.

Skepsis gegenüber dem Friedensabkommen

Pfarrer Joseph Tanga-Koti, der Generalsekretär der zehn Mitglieder zählenden Bischofskonferenz, verhehlte Anfang Februar im Gespräch mit der US-Nachrichtenagentur „Catholic News Service“ (CNS) nicht seine Skepsis gegenüber dem neuen Friedensabkommen und appellierte zudem an die Internationale Staatengemeinschaft, die legitime Armee der ZAR zu stärken. Natürlich könnten die Bischöfe hoffen, dass ein derartiges Abkommen zum Frieden führe. Aber sobald es um Fragen der Wahrheit und Gerechtigkeit gehe, erscheine dies unwahrscheinlich. Die Bischöfe hätten wiederholt die Präsenz von Söldnern aus dem Sudan, Tschad, Niger, Kamerun und Uganda in der ZAR kritisiert.

Wirtschaftliche Kontrolle

Bei den gewaltsamen Konflikten geht es indes weniger um religiöse Motive, sondern um Kontrolle über Weidegebiete sowie um Rohstoffe wie Diamanten, Gold und Uran. Die gewaltsamen Auseinandersetzungen haben rund 1,2 Millionen der 4,7 Millionen Einwohner des Binnenstaats zu Flüchtlingen im eigenen Land und in den Nachbarstaaten gemacht.

(kna – rl)

14 Februar 2019, 10:06