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Präsidentschaftskandidat Nayib Bukele hat sich bereits vor Bekanntgabe der Wahlergebnisse zum Sieger erklärt Präsidentschaftskandidat Nayib Bukele hat sich bereits vor Bekanntgabe der Wahlergebnisse zum Sieger erklärt  (AFP or licensors)

Wahlen in El Salvador: Kardinal hofft auf Wandel

Vor Bekanntgabe des endgültigen Wahlergebnisses hat sich der salvadorianische Kardinal Gregorio Rosa Chavez optimistisch zur Zukunft in seinem Heimatland geäußert. Er hoffe auf einen grundlegenden Wandel in El Salvador, so Rosa Chavez am Abend des 3. Februars (Ortszeit).

Am 3. Februar fanden in El Salvador die Präsidentschaftswahlen statt. Ein Endergebnis soll nicht vor Abend des 4. Februars (Ortszeit) vorliegen. Favorit Nayib Bukele (37) erklärte sich allerdings vor Bekanntgabe des Wahlergebnisses zum Sieger.

Der frühere Bürgermeister der Hauptstadt San Salvador war als Kandidat der Partei der Großen Allianz für die Nationale Einheit (GANA) und der Bewegung „Neuer Ideen“ angetreten.  Der unterlegene Linkskandidat Hugo Martinez von der bislang regierenden FMLN erkannte den Wahlsieg Bukeles an. Auch der Kandidat der rechtsgerichteten Arena-Partei, Carlos Calleja, erklärte am Abend, er werde die Ergebnisse respektieren. 

Gefährliche Jugendbanden

Der Kardinal betonte, ein großes Problem sei die Integration von ehemaligen Mitgliedern der berüchtigten Mara-Jugendbanden. Derzeit lägen mehrere Gesetzesentwürfe zur Abstimmung im Parlament - bislang gebe es für die Betreffenden keinen echten Schutz durch den Staat. Auch torpedierten Behörden und Sicherheitskräfte immer wieder die Bemühungen der Kirche, den Jugendlichen des Landes neue Perspektiven zu eröffnen.

Neoliberalismus vergrößert Armut

Rosa Chavez warnte zugleich vor einem blinden Glauben an die Macht der Wirtschaft. Das neoliberale Modell, das auch in Europa immer mehr Anhänger finde, trage letzten Endes dazu bei, die Armut in El Salvador noch zu vergrößern. Über solche grundsätzlichen Fragen hätten sich die salvadorianischen Politiker bislang viel zu wenig Gedanken gemacht.

Hintergrund

Korruption, Bandenkriminalität und eine Wirtschaftskrise plagen das kleines Land in Zentralamerika. Die Mordrate liegt mit 51 pro 100.000 Einwohnern deutlich über dem weltweiten Durchschnitt. Mächtige Straßengangs halten die Bevölkerung in Atem. Auch die wirtschaftliche Situation ist alles andere als rosig: Obwohl das die Wirtschaftsleistung im vergangen Jahr um rund 2,6 Prozent wuchs, lebt fast ein Drittel der Salvadorianer unter der Armutsgrenze.

(kna/sz – rl)

04 Februar 2019, 11:19