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Patriarch Bartholomaios und Tsipras Patriarch Bartholomaios und Tsipras  (AFP or licensors)

Türkei: Griechischer Premierminister besucht Bartholomaios

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hält sich bis Mittwochabend zu einem offiziellen Besuch in der Türkei auf. Abweichend von Protokoll war am Dienstagabend der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. zu einem offiziellen Staatsdiner eingeladen, das Staatschef Recep Tayyip Erdogan im Präsidentenpalast in Ankara zu Ehren von Tsipras gab.

Auch der Besuch von Tsipras auf der Marmarainsel Chalki/Heybeliada am Mittwoch war ungewöhnlich, wie die Stiftung „Pro Oriente“ berichtet: So war dies die erste Visite eines griechischen Regierungschefs seit fast 90 Jahren im kirchlichen Chalki-Komplex. Tsipras besuchte dabei das geschlossene orthodoxe Priesterseminar und die ebenfalls geschlossene Theologische Hochschule auf der Insel. Wegen des Besuchs werde die Hoffnung auf eine baldige Wiedereröffnung der renommierten orthodoxen Bildungsstätte genährt, wie der „Pro Oriente“-Informationsdienst schreibt. Ungewöhnlich war weiters am Mittwoch der Besuch Tsipras' in der Hagia Sophia; Tsipras war dabei in Begleitung des Sprecher des türkischen Staatschefs, Ibrahim Kalin.

Besuch in Seminar Chalki

Seminar und Hochschule von Chalki zählten bis zur Schließung zu den bedeutendsten theologischen Bildungsanstalten der Orthodoxie weltweit. Von besonderer Bedeutung war, dass Chalki stets für eine ökumenisch interessierte Theologie stand: Aus der Hochschule gingen nicht nur unzählige Bischöfe, Priester und Äbte hervor, sondern auch viele Persönlichkeiten anderer akademischer Bereiche aus dem ganzen östlichen Mittelmeerraum. Zuletzt hatte es nach einer Begegnung von Patriarch Bartholomaios I. mit Präsident Erdogan und Außenminister Mevlut Cavusoglu am 25. April des Vorjahrs in Ankara geheißen, die Wiedereröffnung von Chalki werde „demnächst“ erfolgen. 

Im Jahre 1971 wurde Chalki durch ein Gesetz geschlossen, das den Betrieb von privaten Universitäten verbietet. Die USA, die Europäische Union und Russland setzen sich seit Jahren für die Wiedereröffnung der renommierten akademischen Ausbildungseinrichtung ein. 2013 restituierte der türkische Rat für die frommen Stiftungen („Vakiflar“) 190 Hektar Land an die Stiftung Klosters, die Besitzerin des Seminars und der Hochschule ist.

(kap – mg)

06 Februar 2019, 15:27